Taliban-Anschlag gefährdet Friedensgespräche

17. Februar 2014, 15:51
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Radikalislamische Rebellen ermorden 23 entführte Soldaten - Regierung sagt Treffen ab

Islamabad - Die pakistanischen Taliban (TTP) haben 23 entführte Soldaten ermordet und damit Friedensgespräche mit der Regierung gefährdet. Nach der Bluttat sei das ursprünglich für Montag geplante Treffen mit TTP-Unterhändlern "nutzlos", teilte der Leiter der Regierungsdelegation, Irfan Siddiqui, mit. "Wir müssen leider sagen, dass sich die Lage nicht in die richtige Richtung entwickelt."

Premierminister Nawaz Sharif - auf dessen Initiative die Gespräche mit der TTP zurückgehen - nannte die Ermordung der Soldaten ein "grausames Verbrechen". In einer Mitteilung Sharifs hieß es: "Solche Vorfälle haben eine negative Auswirkung auf den Friedensprozess." Seine Regierung will am Dienstag über nächste Schritte entscheiden.

Der TTP-Chef im Stammesgebiet Mohmand, Omar Khalid Khorasani, hatte am Sonntagabend mitgeteilt, seine Kämpfer hätten die bereits im Jahr 2010 verschleppten Soldaten hingerichtet. Damit solle gerächt werden, dass gefangene Taliban-Kämpfer durch Sicherheitskräfte getötet worden seien. Aus Sicherheitskreisen hieß es, bei dem Vorwurf, Extremisten würden in Gefangenschaft getötet, handle es sich um Propaganda.

Unklar blieb, ob die Ermordung der Soldaten von TTP-Chef Maulana Fazlullah angeordnet wurde. Der Sprecher der Unterhändler der TTP (Tehrik-e-Taliban Pakistan) in den Verhandlungen, Yousaf Shah, sagte, er bedauere die Gesprächsabsage der Regierungsseite.

Unterhändler der TTP und der Regierung haben in diesem Monat Verhandlungen über mögliche Friedensgespräche aufgenommen. Bisher kam es zu zwei Treffen, bei denen unter anderem die Möglichkeit einer Waffenruhe angesprochen wurde.

Frühere Verhandlungen mit der TTP scheiterten allesamt. Hoffnungen auf einen Durchbruch sind auch dieses Mal gering. Die TTP hat mitgeteilt, dass die Extremisten ihre Angriffe fortsetzen werden, bis die Regierung eine Waffenruhe verkündet.

  • Premierminister Nawaz Sharif nennt die Ermordung von 23 Soldaten ein "grausames Verbrechen".
    foto: reuters/mian khursheed

    Premierminister Nawaz Sharif nennt die Ermordung von 23 Soldaten ein "grausames Verbrechen".

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