Tausende bei "Kranensee" in Wien-Aspern

16. Februar 2014, 18:28
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Wiener Riesen-Baustelle lockte mit "Ballettchoreografie" für meterhohe Stahlkolosse

Wien - Open-Air-Show in der Asperner Seestadt: Unter dem Motto "Kranensee" ging am Samstagabend eine Art Baustellen-Ballett in Wiens größtem Stadtentwicklungsgebiet über die Bühne. Die Mischung aus einem Horizont voller Baukran-Silhouetten, Lichtelementen, theatralischen Klängen und futuristischer Mega-Baustelle wurde durchaus positiv aufgenommen. Die Wiener zeigten sich neugierig und interessiert.

Auf 22 Bauplätzen herrscht derzeit Hochbetrieb - die ersten Bewohner sollen noch heuer hier einziehen. Mit rund 5.000 Interessierten hatte man bei der Asperner Version des "Schwanensee"-Balletts gerechnet, gekommen waren und gestaunt hatten weit mehr. Wer grazile körperlich-künstlerische Perfektion erwartet hatte, wurde eventuell enttäuscht. Stattdessen übten sich - ganz dem Titel "Kranensee" entsprechend - meterhohe Stahlkolosse in Ballettchoreografie.

Für eine halbe Stunde verwandelte sich das weitläufige Gelände rund um das ehemalige Flugfeld in der Donaustadt in eine Freiluft-Bühne: eine eigens komponierte Symphonie diente als musikalische Untermalung, die Geschichte des Areals als Inspiration und eine kunterbunte Lichtshow setzten das Gesamtpaket ins rechte Licht.

Tagsüber Schwerarbeiter, abends Künstler

Die derzeit aktiven 42 Kräne standen dabei im Fokus. Die Idee: Tagsüber Schwerarbeiter, abends Künstler. 15 von ihnen waren mit "echten" Kranführern besetzt, die sie im Takt der Musik über den sich verdunkelnden Nachthimmel geschwenkt. Alle wurden mit Licht bespielt und waren Teil der Darbietung - ob Haupt-, Neben- oder Statistenrolle.

Die gesamte Konzept wurde eigens für diesen Anlass kreiert und spannte einen weiten Bogen von der klassischen Orchestermusik hin zu urbanen Club-Sounds. Auch wenn elektronische Elemente eine wichtige Rolle spielten, kamen für die Orchesteraufnahmen 24 Musiker zum Einsatz, so Komponist Florian C. Reithner. Vier Künstler zeichneten für das Ereignis verantwortlich, allen voran der Dornbirner Stefan Kainbacher. Er hat unter anderem bereits eine 45 Meter lange Schneeskulptur auf 2.700 Metern Seehöhe entworfen.

Die Kosten für die Darbietung übernahmen private Sponsoren. Die imposanten Haupt- und Nebendarsteller aus Stahl werden nun übrigens sukzessive abgebaut, da sich die Arbeiten immer mehr ins Innere der mit Hilfe der Kräne errichteten Gebäude verlagern, erläuterte die Marketing-Verantwortliche Cornelia Bredt. "Kranensee" war sozusagen ein Abschiedsevent. (APA, 16.2.2014)

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    foto: apa/georg hochmuth
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