Niki rechnet mit Griechenland-Boom

16. Februar 2014, 17:32
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Niki-Chef Christian Lesjak blickt optimistisch in die Sommersaison. Drei neue Ganzjahresdestinationen sollen saisonale Schwankungen abfedern

Wien - Griechenland sei als Topdestination wieder auferstanden, sagt Christian Lesjak, Chef der Airline Niki, zum Standard. Seit 2006 gingen die Buchungszahlen nach Griechenland ja kontinuierlich nach unten, und selbst 2013 erreichte man erst das Niveau von 2006. Für das diesjährige Sommergeschäft ist Lesjak insgesamt sehr optimistisch: Die Buchungszahlen liegen über dem Vorjahresniveau.

Seit Niki die Ostdestinationen mit Ausnahme von Moskau alle an die Konzern-Mutter Air Berlin abgeben musste, konzentriert sich die Airline auf touristische Routen. Gerade in Griechenland werden auch kleinere Inseln wie Santorin, Mykonos oder Karpathos angeflogen. Und diese werden nicht, wie sonst üblich, einmal wöchentlich, sondern wie etwa Santorin sechsmal wöchentlich bedient. Damit will man auch Urlauber ansprechen, die nur für ein verlängertes Wochenende auf die Inseln fliegen wollen, sagt Lesjak. Interessantes Detail am Rande: Weil die Airlines in der Vergangenheit ihre Griechenland-Flüge massiv reduzierten und 2013 Niki als Einziger das Angebot aufstockte, war die Strecke Paris-Wien-Santorin die beste Umsteigedestination.

Neue Strecken

Mit den neuen Strecken, die heuer aufgenommen werden, wie Larnaca (Zypern), Malta und Madrid, versucht Niki die ansonsten starke Saisonalität der herkömmlichen Sommerdestinationen zu umgehen. Bei Griechenland und der Türkei habe sich der Versuch gelohnt, Flüge von Ostern bis in den November anzubieten. Zu Saisonbeginn und am Ende füllen Golfer, Kulturinteressierte und Biker die Flieger. "Was wir etwa an Fahrrädern nach Palma schicken, macht mir schon Sorgen, weil die Kapazitätsgrenzen erreicht werden", so Lesjak.

Zu schaffen machten der Airline die Buchungsausfälle nach Ägypten seit August 2013. Ägypten ist neben den Kanarischen Inseln eine Hauptdestination für Niki im Winter. Das erste Quartal ist bei den Airlines traditionell schlecht, heuer kam Ägypten erschwerend hinzu, sagt Lesjak. "Jetzt spüren wir aber, dass die Nachfrage wieder anzieht", so der Airline-Chef.

Trotz des Sparprogramms der Air Berlin, "wo wir bei allem und jeden auf das Geld schauen müssen, ist es uns gelungen, in das Produkt zu investieren", so Lesjak. Am Wiener Flughafen wurde ein neues Terminal bezogen, und seit der Vorwoche stehen Niki und Air-Berlin-Kunden ein eigener Wartebereich mit Softdrinks und Zeitungen zur Verfügung. Neu ist auch, dass Air-Berlin-Aktionär Etihad den Vertrieb für Österreich und Zentraleuropa, der bisher durch externe Vertreter erfolgt, Niki übertrug. Damit ist Niki ein Ansprechpartner für Etihad in der Region.

Kampfpreise um 29 Euro, wie es sie vor wenigen Jahren gab, gehören der Vergangenheit. "Das ist ja auch wirtschaftlich nicht sinnvoll", sagt Lesjak. Die Preisentwicklung sei aber "dynamisch". Je solider die Nachfrage am Markt, umso geringer ist der Zwang bei den Airlines, massive Preisaktionen zu bieten, um Nachfrage zu schaffen. Wichtiger sei es für Niki, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 17.2.2014)

  • 22 Airbus A320/321 hat Niki, plus sieben Embraer 190.
    foto: apa

    22 Airbus A320/321 hat Niki, plus sieben Embraer 190.

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