Jansrud Super-G-Olympiasieger, ÖSV fehlen zwei Hundertstel

16. Februar 2014, 08:09
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Norweger gewinnt vor Überraschungsmann Weibrecht - Bronze ex aequo an Hudec und Miller - Striedinger und Franz auf den Rängen fünf und sechs - Abfahrts-Champion Mayer gescheitert

Krasnaja Poljana - Österreichs Herren ging, was den Super-G betrifft, doch ein wenig der Schmäh aus. Der 22-jährige Otmar Striedinger verlässt zwar als Fünfter und somit Bester Rot-Weiß-Roter "Russland mit erhobenen Kopf". Freilich: "Ich bin super vorbereitet in dieses Rennen gegangen. Wenn dann am Ende so wenig auf eine Medaille fehlt, dann ist das natürlich unglaublich bitter." Dito Max Franz, der Sechste. "Ich hätte den Ski runterprügeln müssen."

Das hat an Franzens statt ein Norweger getan. Nach Bronze in der Abfahrt holte sich der 28-jährige Kjetil Jansrud Gold im Super-G. Dank Bronze in der Abfahrt und Riesentorlauf-Silber 2010 hat Jansrud nun einen kompletten Medaillensatz daheim in Oslo hängen.

Emotionaler Miller

Es war eine tatsächliche Art von Prügelei, vor allem im unteren Teil. Da war der Norweger zum Beispiel gleich um 0,55 Sekunden schneller als der drittplatzierte, 36-jährige US-Amerikaner, Bode Miller, der nach seiner sechsten Olympiamedaille - er überholte damit den Norweger Kjetil Andre Aamodt als ältesten olympischen Medaillengewinner - sehr emotional wurde. "Ich habe an meinen Bruder gedacht." Chelone Miller hätte in Sotschi im Snowboardcross starten sollen, erlag aber vor knapp einem Jahr einem Schlaganfall.

Franz kam in der Folge bis auf sieben Hundertstel an ihn heran, Striedinger bis auf zwei und Svindal bis auf neun (am Ende Siebenter).

Sportlicher Sensationsmann war Millers Landsmann Andrew Weibrecht, der nach einer langen Verletzungsserie genau rechtzeitig zurückkehrte und Silber holte. Weibrecht hat zwar nach wie vor kein einziges einstelliges Weltcup-Ergebnis zustande gebracht, nach Bronze 2010 (ebenfalls im Super-G) aber nun bereits die zweite Olympia-Medaille gewonnen. "Das ist der emotionalste Tag meiner Karriere. Das Kämpfen der letzten Jahre hat sich bezahlt gemacht", jubilierte der 28-Jährige.

Der nächste große Norweger

Sieger Jansrud muss sich nun gefallen lassen, verglichen zu werden mit den ganz Großen aus dem Norwegischen. Und da gibt es ja einige. Lasse Kjus etwa, Aamodt etwa. "Ich sehe mich ganz sicher noch nicht in einer Liga mit diesen Herren. Aber ich bin stolz, Olympiamedaillen in allen drei Farben daheim zu haben."

Warum es für den großen Favoriten Aksel Lund Svindal hingegen nicht nach Wunsch gelaufen ist, sieht Jansrud so: "In der Abfahrt hatte Aksel Pech mit der Startnummer und den Bedingungen, heute ist er oben einfach nicht gut genug gefahren. Es tut mir sehr leid für ihn. Der Plan war eigentlich gewesen, dass wir beide auf dem Podest stehen."

Svindal selbst sah das eher nüchtern: "Es ist nicht so gelaufen, wie ich das wollte. Keine Medaillen. Ich war nicht gut genug. Aber ich bin gesegnet mit wunderbaren Mannschaftskollegen. Danke, Kjetil." (APA/red - DER STANDARD, 17.2.2014)

  • Kjetil Jansrud fährt Gold für Norwegen ein.
    foto: ap/ gero breloer

    Kjetil Jansrud fährt Gold für Norwegen ein.

  • Bode Miller nach dem Gewinn von Bronze zu Tränen gerührt.
    foto: ap/gero breloer

    Bode Miller nach dem Gewinn von Bronze zu Tränen gerührt.

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