Polizei setzt Tränengas gegen kurdische Demonstranten ein

15. Februar 2014, 22:29
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Kundgebung für PKK-Chef Öcalan eskaliert

Diyarbakir - Die türkische Polizei ist am Samstag mit Tränengas und einem Wasserwerfer gegen kurdische Demonstranten im Südosten des Landes vorgegangen. Zuvor war die Kundgebung in Diyarbakir, bei der die Freilassung des kurdischen Rebellenchefs Abdullah Öcalan gefordert wurde, eskaliert. Rund 100 Demonstranten warfen Steine und Molotow-Cocktails auf die Polizei in der überwiegend von Kurden bewohnten Stadt.

Auch in anderen Städten in der Region gab es Kundgebungen für den Chef der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Öcalan. Er sitzt seit 1999 auf der Gefängnisinsel Imrali bei Istanbul in Haft. Im Gefängnis verhandelt er seit über einem Jahr mit dem türkischen Geheimdienst über eine friedliche Beilegung des Kurdenkonflikts, dem seit 1984 rund 45.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. In den Verhandlungen wurde erreicht, dass die PKK im März vergangenen Jahres einen historischen Waffenstillstand verkündete.

Im September stoppte die PKK jedoch den mit Ankara vereinbarten Rückzug ihrer Kämpfer aus der Türkei in den Nordirak. Die Rebellenbewegung warf der türkischen Regierung vor, versprochene Reformen zu Minderheitenrechten nicht einzuhalten. Die PKK fordert mehr Autonomie für die 15 Millionen Kurden, das Recht auf Schulbildung in kurdischer Sprache und eine Änderung der Wahlgesetze. Überdies verlangt sie die Freilassung kurdischer Häftlinge. (APA, 15.2.2014)

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