HSV zieht Reißleine nach Rekordserie

15. Februar 2014, 23:14
86 Postings

2:4 in Braunschweig markiert achte Niederlage in Folge - Coach van Marwijk entlassen - Bayern und Dortmund putzen Freiburg und die Eintracht

Berlin - Der Hamburger SV taumelt in der deutschen Fußball-Bundesliga immer tiefer in die Krise. Die Norddeutschen kassierten am Samstag gegen den Tabellenletzten Eintracht Braunschweig eine 2:4-Niederlage und bleiben nach ihrer achten Pflichtspiel-Niederlage in Folge Vorletzter. Im Anschluss an die Niederlage gaben die Hamburger die Entlassung von Trainer Bert van Marwijk bekannt.

"Wir sahen uns zum jetzigen Zeitpunkt gezwungen, diese Entscheidung zu treffen, obwohl wir sie gleichwohl bedauern. Wir bedanken uns bei Bert van Marwijk für seine Arbeit", sagte Sportchef Oliver Kreuzer. Der Vorstandsvorsitzende Carl Jarchow erklärte, van Marwijk habe auf seine Freistellung "sehr nüchtern und verständnisvoll" reagiert. "Wir haben als Vorstand zusammengesessen und die Lage noch einmal analysiert. Nach der doch sehr frustrierenden Niederlage in Braunschweig haben wir übereinstimmend beschlossen, dass wir mit sofortiger Wirkung handeln", sagte er.

Als Favorit für den äußerst schwierigen Job beim Tabellenvorletzten gilt Mirko Slomka, der kurz nach Weihnachten bei Hannover 96 entlassen worden war. Auch der Name Martin Jol wurde genannt. Der Niederländer, der Anfang Dezember seinen Posten beim inzwischen von Felix Magath trainierten FC Fulham räumen musste, hatte den HSV von 2008 bis 2009 trainiert.

Feuer am Stuttgarter Dach

Auch der VfB Stuttgart befindet sich im Tief: Das 1:4 bei Hoffenheim war die sechste Schlappe der Schwaben en suite. Damit beträgt der Vorsprung der Stuttgarter auf den Relegationsplatz weiterhin nur zwei Punkte. Zwei Zähler vor Stuttgart liegt Bremen nach einem Heim-1:1 gegen Borussia Mönchengladbach.

Am anderen Ende der Tabelle zieht der FC Bayern einsam seine Kreise - durch den 4:0-Heimerfolg über Freiburg wuchs der Vorsprung des Titelverteidigers auf Bayer Leverkusen vorerst auf 16 Punkte an. Der Rückstand des Dritten Borussia Dortmund auf die Bayern beträgt nach dem 4:0 vor eigenem Publikum gegen Eintracht Frankfurt nach wie vor 17 Zähler.

Unten hitzig

Während das Titelrennen schon jetzt praktisch entschieden ist, spitzt sich der Kampf um den Klassenerhalt zu. Für den HSV wird die Lage nach dem 2:4 in Braunschweig immer kritischer. Der Sargnagel für die Gastgeber war HSV-Goalie Rene Adler, der sich bei zwei Treffern von Dominik Kumbela schwere Aussetzer leistete.

Auch die Stuttgarter kommen nicht auf Touren - gegen Hoffenheim setzte es mit Martin Harnik, der in der 58. Minute ausgetauscht wurde, ein 1:4. Einen wichtigen Punkt gab es hingegen für Werder Bremen: Zwar ging Gladbach nach einem schweren Fehler von Assani Lukimya durch Raffael (6.) in Führung, Neuzugang Ludovic Obraniak gelang jedoch in der 88. Minute mit einem sehenswerten Freistoß noch der Ausgleich. Kapitän Sebastian Prödl und Zlatko Junuzovic, der in der 49. Minute die Latte traf, spielten bei Werder ebenso durch wie Kapitän Martin Stranzl bei den Gästen.

Im Gegensatz dazu wurde David Alaba bei den Bayern im Hinblick auf das Champions-League-Duell mit Arsenal geschont. Die Treffer für die Münchner gegen harmlose Freiburger, bei denen Philipp Zulechner nicht im Kader stand, erzielten Dante (19.), Xherdan Shaqiri (34., 42.) und Claudio Pizarro (88.). Für Dortmund waren gegen Frankfurt Pierre-Emerick Aubameyang (10., 20.), Robert Lewandowski (47./Elfmeter) und Milos Jojic (68.) erfolgreich.

Schalke in Leverkusens Nacken

Im Abendspiel kam Schalke 04 zu einem insgesamt verdienten 2:1 (1:0)-Erfolg beim direkten Konkurrenten und Tabellenzweiten Bayer Leverkusen. Mit dem vierten Sieg 2014 setzten die Gelsenkirchner die Werkself im Kampf um einen direkten Champions-League-Platz ordentlich unter Druck, liegt nur noch drei Punkte zurück. Christian Fuchs wurde in der 79. Minute eingewechselt.

Jungstar Leon Goretzka mit seinem zweiten Saisontreffer (28.) und Klaas-Jan Huntelaar (74.) besiegelten die zweite Heimniederlage der Saison für die Leverkusener, die sich für die Pokal-Schlappe gegen Zweitligist 1. FC Kaiserslautern (0:1 n.V.) am vergangenen Mittwoch nicht rehabilitieren konnten. Bayer, das nun 16 Punkte hinter Tabellenführer Bayern München rangiert, konnte auch kein Selbstvertrauen für das anstehenden Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am Dienstag gegen Paris St. Germain sammeln. (APA/sid - 15.2.2014)

  • Rafael van der Vaart verlässt den Tatort Braunschweig. 
    foto: reuters/bimmer

    Rafael van der Vaart verlässt den Tatort Braunschweig. 

  • Bert van Marwijk muss den Tatort Hamburg verlassen.
    foto: reuters/bimmer

    Bert van Marwijk muss den Tatort Hamburg verlassen.

Share if you care.