Gegen Norwegen wird es heller am Horizont

15. Februar 2014, 11:39
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ÖEHV-Team sieht sich als "Underdog", Norwegen aber eher in Reichweite - Reine NHL-Linie soll es richten - Dannach auf jeden Fall Play-off um den Aufstieg ins Viertelfinale

Sotschi - Der Start in das olympische Eishockey-Turnier hat für die österreichische Nationalmannschaft die erwarteten Lehrstunden gebracht. Nach dem 4:8 gegen Medaillenkandidat Finnland und dem 0:6 gegen Titelverteidiger und Gold-Favorit Kanada wartet auf die ÖEHV-Auswahl zum Abschluss der Gruppenphase am Sonntag (9.00 Uhr MEZ) mit Norwegen der einzige Gegner, der in Reichweite sein könnte.

Die Österreicher haben sich gegen die beiden Favoriten der Gruppe B mit Anstand aus der Affäre gezogen. Nun stehen die Partien gegen Norwegen und auf jeden Fall am Dienstag ein Play-off-Spiel um den Aufstieg ins Viertelfinale an. "Gegen Kanada hat mir gut gefallen, dass wir nicht passiv waren. Wir hatten einige gute Torchancen gegen die beste Mannschaft der Welt. Wir waren disziplinierter, defensiv kompakter, die Leistung war positiv. Unser Ziel ist, von Spiel zu Spiel besser zu werden", sagte Manny Viveiros.

Dennoch sieht der Teamchef Österreich auch im dritten Spiel in der Rolle des Außenseiters. "Die Norweger spielen seit Jahren in der A-Gruppe, sie sind groß und beweglich. Von der Papierform her sind sie über uns zu stellen. Wir sind in jedem Spiel hier Underdog, der Unterschied ist aber nicht so groß wie gegen Finnland oder Kanada. Wir müssen 60 Minuten gut spielen, dürfen keine Geschenke hergeben, dann haben wir eine Chance", erklärte Viveiros, der seine Linien umstellt und eine reine NHL-Sturmreihe formiert. Im Training stürmten Thomas Vanek und Michael Grabner (beide New York Islanders) an der Seite von Center Michael Raffl (Philadelphia Flyers).

Vanek nahm damit am linken Flügel den Platz von Brian Lebler ein, der bisher mit den beiden Villachern gespielt hat. Lebler bildet nun mit Thomas Koch und Oliver Setzinger die zweite Linie, die dritte blieb mit Thomas Hundertpfund, Andreas Nödl und Thomas Raffl unverändert.

Manuel Latusa kam mit der zweiten Linie (Lebler-Koch-Setzinger) zum Einsatz, in der vierten Reihe trainierten Raphael Herburger, Daniel Oberkofler, Daniel Welser und Matthias Iberer. Die Verteidiger-Paar blieben gleich.

"Kopf hoch"

Die Spieler wirken keineswegs geknickt. "Kopf hoch, positiv bleiben, obwohl das schwer ist, wenn man 0:6 verliert. Aber jeder hat sein Bestes gegeben", erklärte Kapitän Vanek nach dem Spiel gegen Kanada. "Wir müssen weiter kämpfen, hoffentlich bekommen wir ein paar mehr Chancen gegen Norwegen, und die müssen wir dann nützen."

Rekordteamspieler Gerhard Unterluggauer meinte: "Wir müssen uns auf unser Spiel konzentrieren, defensiv ein bisschen besser werden, und das Powerplay muss besser funktionieren. Ich glaube, wir werden uns systematisch steigern, gegen Kanada war es schon eine Steigerung gegenüber Finnland." Auch sein Verteidiger-Kollege Matthias Trattnig forderte, dass Österreich "defensiv stärker" werden muss, und stellte fest: "Favorit sind wir sicher nicht."

Stark verbesserte Norweger

Dabei lag Norwegen bis Mitte des vergangenen Jahrzehnts in der Weltrangliste hinter Österreich, hat seither aber eine starke Entwicklung hinter sich. Während die ÖEHV-Auswahl seit fast zehn Jahren zwischen A- und B-WM pendelt, hat sich Norwegen seit 2006 unter den besten 16 Mannschaften etabliert und dreimal (2008, 2011, 2012) sogar das Viertelfinale erreicht.

Roy Johansen, der als Teamchef seit 2001 maßgeblichen Anteil am Aufstieg der Norsker hat, hat mit Mats Zuccarello von den New York Rangers einen NHL-Spieler dabei. Allerdings werden viele seiner Spieler in den europäischen Top-Ligen in Schweden (8 Spieler), Russland (3), Finnland (1) oder Deutschland (1) gefordert. (APA, 15.2.2014)

  • Österreich sollte die schlimmsten Schlappen hinter sich haben.
    foto: ap

    Österreich sollte die schlimmsten Schlappen hinter sich haben.

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