Kärntens Rating fällt wegen Hypo

15. Februar 2014, 00:21
175 Postings

Moody's hat die Bonität von Kärnten wegen steigender Insolvenzgefahr der Hypo um eine Note auf A2 gesenkt. Die Pfandbriefstelle des Hypo-Sektors hat bereits einen Plan für den Ernstfall ausgearbeitet, damit Ansprüche jederzeit erfüllt werden können

Wien - Die Insolvenzszenarien rund um die Hypo werden von den Ratingagenturen offenbar ernst genommen. Moody's, einer der weltweit drei großen Bewerter von Schuldnern, hat daher das Rating des Landes Kärntens um eine Note auf A2 reduziert. Begründet wird der Schritt mit der steigenden Wahrscheinlichkeit, dass die Landeshaftungen für die Bank schlagend werden.

Der Eintritt dieses Szenarios wird zwar weiterhin nicht erwartet - Moody's rechnet mit der Übernahme der Verpflichtungen durch die Republik -, doch die wachsende Unsicherheit betreffend die Zukunft der Bank erfordere diesen Schritt. Überdies steht das Bundesland auf der Watchlist für weitere Abstufungen. Immerhin machen die Haftungen noch 12,4 Milliarden Euro aus, was den sechsfachen Einnahmen des Landes entspricht. Zudem verweist die Agentur auf mangelnde Transparenz bei der Restrukturierung der Bank. Auch das Kreditrating der Bank wurde von Moody's gleich um vier Stufen auf Baa2 bzw. Baa3 gesenkt. Es sei nämlich "nicht ausgeschlossen", dass die Gläubiger an der Bankenrettung beteiligt werden, teilte Moody's am späten Freitagabend in Frankfurt am Main mit.

Ebenfalls in Alarmbereitschaft ist der Hyposektor, der auch andere Landesbanken umfasst. "Wir haben einen Notfallplan", erklärte Claus Fischer-See, Generalsekretär des Hypo-Verbands. Der Sektor wäre auf das laut Fischer-See unwahrscheinliche Ereignis einer Insolvenz der Kärntner Bank vorbereitet, sodass fällig gestellte Anleihen rasch ausgezahlt werden könnten. Konkret betoffen ist die Pfandbriefstelle, die als gemeinsames Emissionsinstitut der Landes-Hypothekenbanken zahlreiche Schuldverschreibungen begeben hat.

Sie besorgt die Finanzierung treuhändig für die zehn Mitglieder des Sektors. Die Kärntner Hypo hat 1,2 Milliarden über die zentrale Einrichtung aufgenommen. Dafür haftet nicht nur Kärnten, laut Pfandbriefstellen-Gesetz können Gläubiger auch die anderen Sektorbanken sowie deren Gewährsträger zur Verantwortung ziehen. Sollte eine Anleihe nicht bedient werden, könnte ein Gläubiger theoretisch in Innsbruck anklopfen und das Land Tirol belangen. Dieses könnte dann Regressansprüche in Kärnten anmelden, die bei einer Insolvenz dann wenig Aussicht hätten.

Der Chef der Vorarlberger Hypo, Michael Grahammer, erklärt, dass auf das von ihm geleitete Institut 80 bis 90 Mio. Euro entfallen würden. Er betont, dass es sich erst einmal um eine Bereitstellung von Liquidität handle. Weniger entspannt ist die Notenbank. Sie hat wie berichtet festgestellt, dass ein Ausfall der Kärntner Bank bei drei Landesbanken "zu einer sofortigen Unterschreitung der regulatorischen Eigenmittelanforderungen führen würde". Betroffen wäre auch der Raiffeisensektor, der bei den Hypos in Salzburg, Oberösterreich und der Steiermark engagiert ist. (as, APA, DER STANDARD, 15.2.2014)

Share if you care.