Russe Tretjakow überraschend in Führung

14. Februar 2014, 19:25
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Österreicher Guggenberger und Maier ohne Chance auf Medaillen

Krasnaja Poljana - Österreichs Skeleton-Herren haben im olympischen Rennen im Sanki Sliding Center keine Chance auf Top-Ten-Plätze. Matthias Guggenberger steigerte sich nach einer Abstimmung an der Kufe von der Laufzeit her um über sechs Zehntel, liegt aber nur an 16. Stelle, Raphael Maier an der 18. Ganz vorne überraschte der Russe Alexander Tretjakow mit 0,56 Sekunden Vorsprung auf den Letten Martins Dukurs.

Der Lokalmatador überraschte mit großartigen Startzeiten von jeweils 4,47 Sekunden, er führt zur Halbzeit des Rennens schon klar vor dem mehrfachen Weltmeister Dukurs. Der US-Amerikaner John Daly überholte im zweiten Heat seinen Landsmann Matthew Antoine und ist nun auf Bronzekurs.

Wow-Effekt

Guggenberger zeigte sich verblüfft von der Performance des Leaders. "Ich glaube, wir müssen froh sein, dass der Junge nicht die Bahn runterläuft, weil da ist er noch schneller. 4,47 ist von einem anderen Stern", sagte der 29-jährige Innsbrucker, der seine zweiten Spiele bestreitet.

Mit sich selbst war er freilich weit kritischer: "Ich bin zufriedener als mit dem ersten Lauf, weil wir gesehen haben, dass wir im ersten Lauf das Material nicht optimal abgestimmt haben", erzählte Guggenberger und erklärte weiter: "Da wir nicht wie die Rodler einfach die Kufen wechseln können, hab' ich sie im zweiten auch noch mal fahren müssen."

Immerhin steigerte er sich aufgrund einer Umstellung am "Sprung" um sechseinhalb Zehntel. Da die Eistemperaturen von zwischen minus 9 und minus 7 auf minus 1,5 gestiegen sind, haben die Österreicher nun ihre Kufen runder eingestellt und fahren "weniger scharf".

Hausaufgaben

Seiner Freundin Janine Flock, die im Anschluss die Läufe drei und vier bestritt, konnte er nur aus der Ferne die Daumen drücken. Allerdings wird er wohl kaum die Hände freihaben. "Wir haben sicher noch ein bisserl eine längere Nacht vor uns, wo wir unsere Hausaufgaben besser erledigen müssen." Denn die Kufe wird natürlich gewechselt.

Guggenberger möchte noch ein paar Plätze gut machen und die letzten beiden Läufe mit verbessertem Material so absolvieren wie den zweiten am Freitag. "Auf die Top 15 hoffe ich schon." Für Flock könnte seine Performance eine gewisse Hilfe gewesen sein. "Sie weiß jetzt nach dem Lauf, was sie zu tun hat."

Maier hielt seinen 18. Rang aus dem ersten Lauf. "Leider war ich ein bisserl nervös am ersten Start. Deswegen bin ich auch ziemlich langsam gestartet. Im zweiten war es besser", analysierte der Youngster seine beide Fahrten, die beide nicht fehlerfrei waren. In Lauf eins war es die Ausfahrt aus der Kurve fünf, im zweiten die Einfahrt in die 7. Maier genoss aber die tolle Stimmung im Stadion und spielte sogar ein bisschen "Welle" wie die Fußballer. "Ja, das muss man fast, wenn so viel Zuschauer sind", sagte er lachend. "Das haben wir ja sonst nicht in dem Maß." Der Team-Junior hofft, dass er noch rund zwei Zehntel pro Lauf rausholen kann und träumt auch noch von einem Top-15-Platz. (APA, 14.02.2014) 

Ergebnisse der Skeleton-Herren bei den Olympischen Winterspielen in Krasnaja Poljana am Freitag, Stand nach 2 Läufen (3. und 4. Lauf am Samstag):

1. Alexander Tretjakow (RUS) 1:51,99 Minuten (55,95/56,04 Sekunden) - 2. Martins Dukurs (LAT) +0,56 Sekunden (56,18/56,37) - 3. John Daly (USA) 1,59 (56,91/56,67) - 4. Matthew Antoine (USA) 1,85 (56,89/56,95) - 5. Sergej Tschudinow (RUS) 2,03 (56,98/57,04) - 6. Tomass Dukurs (LAT) 2,10 (57,03/57,06) - 7. Frank Rommel (GER) 2,15 (57,19/56,95) - 8. Kristan Bromley (GBR) (57,24/57,02) und John Fairbairn (CAN) (57,34/56,92) je 2,27 - 10. Dominic Parsons (GBR) (57,23/57,17) und Nikita Tregybow (RUS) (57,44/56,96) je 2,41. Weiter: 16. Matthias Guggenberger (AUT) 2,83 (57,70/57,12) - 18. Raphael Maier (AUT) 3,35 (57,83/57,51)

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