Spaßbremsen im springenden Sparverein

14. Februar 2014, 20:10
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Vor dem Springen auf der Großschanze am Samstag hängt bei den Österreichern der Haussegen schief. Chefcoach Alexander Pointner und Gregor Schlierenzauer zanken sich zum Ärger von ÖSV-Sportdirektor Hans Pum

Krasnaja Poljana - Das Abschneiden auf der Normalschanze schlug innerhalb der österreichischen Mannschaft Wellen, die mit Verspätung an die Öffentlichkeit schwappten. Gregor Schlierenzauer, nach Rang elf maßlos enttäuscht, vermisst in seiner kleinen Formkrise offenbar Markus Maurberger, den Trainer seines Vertrauens. "Die Trainer müssen sich Gedanken machen, warum es bei mir im Moment nicht funktioniert", sagte der Weltcup-Weltrekordsieger am Donnerstag.

Maurberger, der Stützpunktcoach von Schlierenzauers Klub SV Innsbruck-Bergisel hat mit seinem Schützling nur telefonischen Kontakt, weil Cheftrainer Alexander Pointner mit einem kleinen Team und ohne persönliche Betreuer, also auch ohne Thomas Morgensterns Coach Heinz Kuttin, nach Sotschi reisen wollte. Sowohl für Maurberger als auch für Kuttin hat es Akkreditierungen gegeben, so wie es selbstverständlich war, Marcel Hirschers Trainer zu akkreditieren.

Pointner, der Schlierenzauer sinngemäß den wohlfeilen Ratschlag erteilte, einfach auf der Großschanze am Samstagabend zu überzeugen, pocht darauf, dass der Verzicht auf die Vertrauenstrainer mit allen Beteiligten abgesprochen gewesen sei. Schlierenzauers Onkel und Manager Markus Prock, vor allem als Sportdirektor der Rodler in Russland, versuchte die Schärfe aus der Diskussion zu nehmen. "Chef ist der Alex Pointner. Und der Alex hat gesagt, es ist besser, wenn man mit einem kleinen Team fährt. Natürlich wird ein bisserl hin und her diskutiert, aber man akzeptiert, was der Alex sagt."

Vernehmliches Grollen kam von ÖSV-Sportdirektor Hans Pum, der festhielt, dass die Vertrauenstrainer mitreisen hätten können, "wenn da wirklich der große Wunsch gewesen wäre". Den Zeitpunkt des Disputs hielt Pum für ungünstig: "Das Thema brauche ich bei Olympischen Spielen jetzt ganz notwendig. Wir sind da, dass wir uns auf den Sport konzentrieren. Wenn etwas ist, dann wird das nach den Spielen alles genau besprochen."

Wie groß der Besprechungsbedarf ist, hängt in erster Linie vom Abschneiden am Samstag und am Montag (Teamspringen) ab. In beiden Bewerben kommen die Favoriten jedenfalls nicht aus Österreich, obwohl Schlierenzauer im Training auf der Großschanze überzeugte - ohne Maurberger an seiner Seite, aber mit Pointner an der Fahne. (APA, lü, DER STANDARD 15.2.2014)

Ergebnisse der Qualifikation am Freitag für den olympischen Skisprung-Bewerb der Herren von der Großschanze in Krasnaja Poljana (Samstag, 18.30 Uhr MEZ, live ORF eins):

1. Michael Hayböck (AUT) 124,8 Punkte (131,0 m) - 2. Daiki Ito (JPN) 122,0 (130,5) - 3. Reruhi Shimizu (JPN) 120,4 (130,5) - 4. Marinus Kraus (GER) 120,2 (130,0) - 5. Anssi Koivuranta (FIN) 118,9 (128,5) - 6. Thomas Morgenstern (AUT) 116,0 (128,0) und Taku Takeuchi (JPN) 116,0 (127,0) - 8. Jernej Damjan (SLO) 115,9 /126,0) - 9. Maciej Kot (POL) 115,4 (126,0) - 10. Jakub Janda (CZE) 113,6 (124,5)

Fix qualifiziert u.a.: Thomas Diethart (AUT) 131,0 m - Anders Bardal (NOR) 130,5 - Peter Prevc (SLO) 128,5 - Andreas Wellinger (GER) 128,0 - Robert Kranjec (SLO) 127,0 - Gregor Schlierenzauer (AUT) 124,5 - Simon Ammann (SUI) 123,5. Nicht angetreten: Kamil Stoch (POL), Severin Freund (GER), Noriaki Kasai (JPN)

  • Eigentlich logisch: Im Zeichen der Ringe geht es rund.
    foto: reuters/pfaffenbach

    Eigentlich logisch: Im Zeichen der Ringe geht es rund.

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