BBC World News: "Das Publikum einzubeziehen steigert Möglichkeiten"

14. Februar 2014, 18:53
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Videowand, Touchscreen und soziale Medien nutzt Ros Atkins zur Präsentation der Nachrichtenshow "Outside Source " ab Montag auf BBC World News. Die Briten setzen so in Sachen offener Journalismus neue Maßstäbe. Konvergenz werde erwartet, sagt Atkins

Wien - Nachrichtenmoderator zu sein heißt oft, hohen Erwartungen zu entsprechen: Optimal vorbereitet soll er oder sie durch die Sendung führen, komplexe Sachverhalte verständlich präsentieren, Gästen auf den Zahn fühlen und dabei stets journalistische Gebote wie Objektivität und Sorgfaltspflicht hochhalten. Sie dürfen sich nicht versprechen, Krawatte, Kostüm müssen ebenso sitzen wie der passende Gesichtsausdruck je nach Nachrichtenlage. Auf alles das hat auch Ros Atkins zu achten, doch im Gegensatz zu seinen Kollegen muss der Moderator von Outside Source, dem neuen Nachrichtenmagazin von BBC World News noch eine weitere Eigenschaft mitbringen: körperliche Wendigkeit.

Denn Atkins führt ab Montag nicht vom Studiosessel aus durch die Sendung, sondern bespielt werktags um 19 Uhr eine Monitorwand, die wie ein mannshohes Tablet funktioniert und neue Dimensionen der Nachrichtenpräsentation eröffnen soll.

Drei Säulen der Nachrichtenproduktion

Über den Monitor sammelt Atkins Nachrichten, ruft Reaktionen aus sozialen Medien und Live-Feeds von aktuellen Geschichten ab. "Wir wollen den Prozess der Nachrichtenproduktion sichtbar machen", sagt Atkins. Das basiere auf drei Säulen: "Erstens berichten wir innerhalb des Newsrooms, damit wir alle Journalisten genau dann erreichen, wenn es nötig ist. Zweitens möchten wir zeigen, wie unsere Geschichten gemacht werden. Drittens entstehen die Storys direkt in der Sendung. Wir sagen den Zuschauern, was wir wissen und ebenso, was wir wissen wollen." BBC World News strahlt in 230 Länder aus und erreicht mehr als 360 Millionen Haushalte.

Atkins plädiert für neue Wege im Journalismus. Er glaubt an Qualitätsverbesserung durch Konvergenz: "Die BBC ist einer der größten Nachrichtenvermittler der Welt, aber natürlich können wir nicht alles sehen und hören. Das Publikum einzubeziehen steigert unsere Möglichkeiten. Natürlich muss die Quelle geprüft sein, aber das hatten wir schon immer getan, lange noch bevor irgendjemand das als "offenen Journalismus" bezeichnete. Es sind dieselben Prinzipien, nur ein anderer Zugang."

Die Branche stehe vor neuen Herausforderungen, sagt Atkins: "Die BBC erwartet von ihren Journalisten, dass sie alle Kanäle bedienen - Fernsehen, Radio und Online." Davon profitierten sowohl Publikum als auch Medienarbeiter: "Die meisten sind glücklich darüber, dass wir so noch mehr Menschen erreichen." (Doris Priesching, DER STANDARD, 15./16.2.2014)

  • Moderiert "Outside Source": Ros Atkins.
    foto: bbc world

    Moderiert "Outside Source": Ros Atkins.

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