Um Gottes willen

14. Februar 2014, 16:16
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Renditehoffnung der evangelischen Kirche in München löst sich in Weihrauch auf

Über die Investments der evangelischen Kirche in München werden dieser Tage die Hände zusammengefaltet und gebetet. Rund 5,5 Millionen Euro hat das Dekanat in vier mittelständische Unternehmen gesteckt - die Renditehoffnung löste sich jedoch in Weihrauch auf. Jetzt gilt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Denn der Verlust kann sich laut der evangelischen Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler noch auf 12,5 Mio. Euro erhöhen, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Der verantwortliche Abteilungsleiter wurde suspendiert.

Bei den Unternehmen handelt es sich laut Stadtdekanin Barbara Kittelberger um die beiden Fotovoltaik-Hersteller Solen und SAG Solarstrom sowie den Müllverwerter FKK Environments und den Online-Versandhändler Getgoods. Investiert wurde in Anleihen, die eine Rendite von bis zu 7,75 Prozent versprachen.

Die kirchliche Finanzverwaltung hatte laut Kittelberger den Auftrag, eine "konservativ-nachhaltige Geldanlage mit zeitnaher Liquidität und höchstmöglicher Sicherheit" zu tätigen. Dass sich die Anleihen nun als Schrottpapiere entpuppt haben, lässt den Schein der Finanzverwaltung verblassen - sie verwaltet nämlich auch das Geld aus der Kirchensteuer und der Kirchengemeinde. Der Ruf nach schärferen Kontrollen im Kirchengemeindeamt schallt seither immer lauter. (bpf, DER STANDARD, 14.2.2014)

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