Deutsche Bank weitet die Rabattschlacht aus

14. Februar 2014, 15:52
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ETF-Tochter reduziert Managementgebühren - Experten orten Preiskampf

Der Preiskampf bei 08/15-ETFs wird immer härter. Bei diesen passiven Fonds geht es im Wettbewerb um jedes Hundertstel von einem Prozentpunkt. Der Preis ist dann noch wichtiger, wenn es um einen großen, bekannten Index wie den deutschen Dax oder den US-Index S&P 500 geht, die ein breites Investment in den deutschen oder US-Aktienmarkt bieten. Diese Woche hat db-x-trackers, der ETF-Anbieter unter dem Dach der Deutschen Bank, angekündigt, dass Investoren bei vier ETFs künftig nur noch 0,09 Prozent der angelegten Gelder als Verwaltungskosten an die Bank zahlen müssen. Bei den Fonds handelt es sich um Produkte auf große, liquide Aktienmärkte wie den deutschen Dax und den britischen FTSE. Auch ein europäisches und ein US-amerikanisches Produkt soll es im Laufe des ersten Quartals billiger geben.

Organisches Wachstum lahmt

"Das ist ein klassischer Preiskampf", sagt Ali Masarwah, Analyst beim Fondsanalysehaus Morningstar zum Standard. Auch für den Fondsanalysten Detlef Glow vom Analysehaus Lipper ist das "eine Kampfansage an Konkurrenten wie Blackrock, Vanguard und Lyxor". Bei den angepeilten Vergünstigungen sei die Deutsche Bank der billigste Anbieter am Markt.

Db-x-trackers zielt damit auf die Konkurrenz. Erst im Dezember hat das Unternehmen 18 ETFs umgebaut. Statt mit Derivaten bilden diese nun physisch ihre Märkte ab. Die Kunden hätten sich das gewünscht, gab das Haus damals bekannt. Zuvor hatten andere Anbieter wie iShares auf die physische Replikation gesetzt. Zudem haben auch andere Konkurrenten wie etwa Vanguard kürzlich Kostensenkungen angekündigt.

Die Deutsche Bank reagiert mit ihren jüngsten Preisansagen aber auch auf ein durchwachsenes Jahr 2013 - gerade auch wegen Abflüssen beim milliardenschweren Dax-ETF. Das deutsche passive Fondshaus war damit auch stärker unter Druck als etwa die angelsächsische Konkurrenz.

Geht es nach Masarwah von Morningstar, könnte den ETF-Anbietern auch noch ein schwieriges Jahr 2014 ins Haus stehen. "Denn das organische Wachstum der ETF-Anbieter war zuletzt nicht sehr hoch." 2013 sind die aktiven Fonds organisch - also abzüglich der Investmenterträge - schneller gewachsen als die passiven Herausforderer. "In Europa sieht es für ETFs mitnichten rosig aus", schreibt Masarwah in einer aktuellen Analyse. Tatsächlich hätten die passiven Fonds im Vertrieb enttäuscht. Für den Analysten zeichnet sich ab, dass die ETFs angesichts eines Trends zu Multi-Asset-Fonds und ähnlichen Vehikeln den Kürzeren ziehen. Denn wenn Anleger ihr Geld in gemischte Fonds investieren, die von Aktien, Anleihen bis zu Rohstoffen alles abbilden, bleiben passive Fonds naturgemäß auf der Strecke. (sulu, Reuters)

Die Deutsche Bank senkt im Kampf um ETF-Anleger die Gebühren. Der Kostendruck könnte noch weiter steigen. Foto: AP/Probst

 

(DER STANDARD, 14.2.2014)

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