Nintendo bittet USA um Hilfe gegen Spiele-Piraterie

17. Februar 2014, 10:07
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Regierung soll Druck auf verschiedene Länder ausüben und Behörden schulen

Weil der japanische Konzern eigenen Angaben nach wegen Piraterie "riesige Verluste" verzeichnet, fordert Nintendo von der US-Regierung, Druck auf andere Staaten im Kampf gegen Online-Piraterie auszuüben. Filesharingseiten sollen geblockt und User, die Spiele illegal verbreiten oder Urheberrechtsverstöße begehen, verfolgt werden.

Zu entnehmen ist dies laut Torrentfreak den Anti-Piraterie-Empfehlungen, die verschiedene Copyright-Inhaber alljährlich ans Handelsbüro übermitteln kann. Im sogenannten "301 Report" werden jedes Jahr schließlich Länder aufgezählt, die nicht genügend gegen Urheberrechtsverletzungen unternehmen.

Jeden Monat "zehntausende Nintendo-Spiele"

Nintendo beklagt, dass die Probleme durch Online-Piraterie immer dramatischer würden. "Jeden Monat werden zehntausende illegale Nintendo-Spieldateien im Internet entdeckt", heißt es. Das rechtliche Umfeld, so das Statement weiter, mache es jedoch extrem schwer, gegen die Verbreitung vorzugehen.

Das Hauptaugenmerk richtet der Konzern dabei auf vier Länder: Brasilien, Mexiko, China und Spanien, wo sich seiner Einschätzung nach nichts ändern würde. Man hofft nun darauf, dass die US-Regierung etwas bewirken kann. Alleine 16 Prozent aller illegal online verbreiteten Nintendo-Games lässt sich laut Report nach Spanien nachverfolgen. Nur in Italien soll die Anzahl der entsprechenden Downloads höher sein (1,2 zu 1,4 Millionen pro Jahr).

Wie Torrentfreak weiter ausführt, fordert Nintendo von Spanien die Sperrung von Seiten, die auf entsprechende Download-Angebote verweisen. In den USA zeigt man keine entsprechenden Bemühungen, obwohl viele der besagten Webseiten in den Vereinigten Staaten gehostet werden. Außerdem solle die US-Regierung die spanische Exekutive und Justiz darin schulen, wie man gegen Piraterie im Netz vorgeht.

Provider sollen verantwortlich gemacht werden können

In Brasilien verlangt Nintendo danach, dass Internetprovider unter bestimmten Umständen belangt werden sollen, so sie nicht problematische Inhalte auf Hinweis des Rechteinhabers entfernen. Die Strafverfolgungbehörden sollen stärker gegen an illegalem Filesharing beteiligte Unternehmen und Privatpersonen vorgehen. Die gesetzlichen Strafen für entsprechende Vergehen sollten nach Ansicht des Konsolen- und Spieleherstellers ebenfalls angehoben werden.

Die Forderungen sind nicht ganz neu. Auch in Nintendos Bericht aus dem Vorjahr war schon ähnliches zu lesen gewesen. (red, derStandard.at, 17.02.2014)

  • Die US-Regierung soll Druck machen, um die Verfolgung von Urheberrechtsverletzern in anderen Ländern zu erleichtern.
    foto: reuters

    Die US-Regierung soll Druck machen, um die Verfolgung von Urheberrechtsverletzern in anderen Ländern zu erleichtern.

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