An der Schnittstelle zwischen Technik und Gesundheit

16. Februar 2014, 17:00
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Im Gesundheitsbereich sind Projekte oft interdisziplinär

Ein Tisch voller Fotos. Familienmitglieder, Freunde aus dem Altersheim und alte Bekannte lachen einem entgegen. Einmal drüberwischen, und die vielen Eindrücke sind wieder weg - und da es sich bei der Tischplatte nicht um Holz und bei den Bildern nicht um entwickelte Fotos handelt, geht das Ordnen auch ganz schnell und ohne Fingerabdrücke auf den Bildern.

Die "Fotokiste" realisiert einen neuartigen und für die Zielgruppe Senioren einfachen Zugriff auf digitale Fotos. Außerdem soll die soziale Interaktion beim Betrachten gefördert und die generationenübergreifende Vernetzung mit Angehörigen unterstützt werden. Fotos für die gemeinsame Betrachtung am Multitouch-Tisch können nämlich sowohl von Bewohnern und Heimmitarbeitern als auch über die Distanz von Angehörigen bereitgestellt werden.

Die Entwicklerinnen - zwei Studentinnen des Masterstudiums Health Assisting Engineering an der FH Campus Wien - konnten im Dezember, gemeinsam mit Vertretern des Austrian Institute of Technology (AIT) und des Landespflegeheims Gutenstein, für ihr Projekt den Genius Award (2. Platz) in der Kategorie "Easy Living" gewinnen.

Bunte Kooperationen

Wie das Masterstudium Health Assisting Engineering sind in Österreich viele gesundheitliche Studien an der Schnittstelle zur Technik angesiedelt. Die Forschungsmöglichkeiten sind deswegen breit gefächert, und es gibt eine Vielzahl an bunten Kooperationen.

Das Kompetenzzentrum "Applied Mechatronics" an der Fachhochschule Wiener Neustadt hat es sich beispielsweise zur Aufgabe gemacht, Studierende aller Studienrichtungen bei der technischen Umsetzung von Projekten zu unterstützen - so auch im Bereich Gesundheit: In der Logopädie können durch Schwingungs- und akustische Messtechnik nichtgreifbare Dinge messbar gemacht werden. Hört ein Sprachtrainer ein Sprachdefizit heraus, bietet das Kompetenzzentrum technische Methoden, um das zu belegen.

Interdisziplinär ist auch das Projekt "Diabetescoach" der FH St. Pölten: Studierende entwickelten hier einen elektronischen Einkaufsberater, der Senioren direkt im Geschäft berät und günstige Einkaufsentscheidungen verstärken soll. Ein Feldversuch wurde in einem Lebensmittelgeschäft in Lilienfeld durchgeführt. (lhag, DER STANDARD, 15./16.2.2014)

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