Doktorate: Gemeinsam mehr erreichen

17. Februar 2014, 17:00
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Bei Doktoratsstudien können FHs nur mit Universitäten kooperieren. Am MCI will man künftig beim Doktorat mit der Uni Innsbruck zusammenarbeiten

Wer eine Karriere in der Forschung anstrebt, kommt ohne Doktorat nicht aus. Und Doktoratsstudien gehören zu den wichtigsten Elementen für den Aufbau von Forschungskapazität an Hochschulen. Das Promotionsrecht ist aber ausschließlich Universitäten vorbehalten. Schon länger fordert die Fachhochschulkonferenz die Möglichkeit für Doktorate auch an FHs. Bis es so weit ist, falls es jemals so weit kommen wird, bleibt Fachhochschulen nur die Kooperation mit einer Universität über.

Wie eine solche Zusammenarbeit im Doktoratsstudium ausschauen kann, zeigen Universität Innsbruck und das Management Center Innsbruck (MCI). Hier können Doktoratsstudierende der Uni Innsbruck künftig ihre Forschungsarbeiten in Forschungsgruppen am MCI durchführen, und umgekehrt soll das MCI stärker zu Forschung und Doktoratsstudium der Universität Innsbruck beitragen. Weiters können Mitarbeiter des MCI an Forschungsprojekten der Universität mitarbeiten können.

Akademischer Grad

Die Kooperationsvereinbarung sieht auch vor, dass Studierende im Doktoratsstudium künftig von wissenschaftlichen Mitarbeitern des MCI mitbetreut werden können, sofern diese die notwendigen Anforderungen erfüllen. Das Management Center Innsbruck stellt den Doktoranden dafür die erforderliche Infrastruktur zur Verfügung. Alle für den Abschluss des Studiums notwendigen Prüfungen werden an der Universität Innsbruck abgelegt bzw. müssen von der Universität Innsbruck anerkannt werden. Die Universität Innsbruck verleiht auch den akademischen Grad.

Damit werde ein weiterer wichtiger Schritt für eine engere Zusammenarbeit der Tiroler Hochschulen gesetzt, sagt Tilmann Märk, Rektor der Universität Innsbruck. Andreas Altmann, Rektor des MCI ergänzt: "Am Management Center Innsbruck wird mit dieser Maßnahme auch der Aufbau übergreifender Forschungsgruppen sowie der Forschungsinfrastruktur unterstützt." Dadurch können sich an beiden Hochschulen übergreifende Forschungsteams entwickeln, die mit den Stärken beider Partner ausgestattet sind. Profitieren davon sollen nicht nur die Doktorandinnen und Doktoranden selbst, sondern auch der Wirtschaftsstandort Tirol, betonen Tilmann Märk und Andreas Altmann.

Promotionsrecht auch an FHs

Mit dem Wunsch nach einem Promotionsrecht für Fachhochschulen steht Österreich nicht allein da. Auch in Deutschland wird derzeit darüber diskutiert, und einzelne Bundesländer sind gerade dabei, dieses Recht ihren Fachhochschulen zu gewähren. Pierre Ibisch, Forschungsprofessor an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswald, vermutet in seinem Kommentar auf Zeit.de hinter der ablehnenden Haltung der Universitäten aber nicht die Gefahr der Schwächung des gesamten Wissenschaftssystems, sondern vielmehr die Befürchtung der Unis, die Vorherrschaft in der Forschung sowie die Ressourcedoktoranden zu verlieren. (ost, DER STANDARD, 15./16.2.2014)

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