Trend zur Miete in Niederösterreich

14. Februar 2014, 13:24
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Unverändert stabile Nachfrage nach Immobilien in Ostösterreich bei starken regionalen Preisunterschieden - Baugründe als Anlageobjekte beliebt

Bisher sei der niederösterreichische Immobilienmarkt de facto ein reiner Eigentümermarkt gewesen, doch nun konstatiert man bei der Raiffeisen Immobilien Vermittlung (RIV) eine steigende Nachfrage auch nach Mietobjekten. "Immer mehr, vor allem junge, Wohnungssuchende wollen das finanzielle und organisatorische Wagnis eines Kaufes nicht eingehen und finden die Lösung bei Mietobjekten", berichtet RIV-Geschäftsführer Peter Weinberger in einer Aussendung.

Baugründe als Anlage beliebt

Gekauft wird natürlich weiterhin, in Niederösterreich und im Burgenland gibt es derzeit reges Interesse an kleineren Anlageobjekten wie Baugründen ohne Bauzwang oder gut vermietbaren Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern. Aus Anlegersicht seien vor allem regionale ländliche Zentren und die Regionen rund um Wien interessant, "da hier auf Grund der vergleichsweise niedrigeren Immobilienpreise bei gleichzeitig guter Vermietbarkeit noch gute Renditen zu erzielen sind", so Weinberger. Drei bis fünf Prozent Rendite seien im südlichen Niederösterreich und im Burgenland durchaus realistisch.

Und das dürfte auch so bleiben, denn die Zeit der hohen zweistelligen Preiszuwächse sei definitiv vorbei, das zeige eine aktuelle Marktanalyse anhand von 700 im Vorjahr von der RIV durchgeführten Transaktionen. "2013 hat sich der Immobilienmarkt im Osten Österreichs auf hohem Niveau stabilisiert. Absolute Spitzenpreise, die vor allem der überdurchschnittlich starken Nachfrage nach Investmentimmobilien geschuldet waren, sind seltener zu erzielen", so Weinberger.

955 bis 2.600 Euro für Eigentum

Starke regionale Unterschiede gibt es in Niederösterreich freilich weiterhin. "Während man in Klosterneuburg für ein neuwertiges Einfamilienhaus in guter Lage mit durchschnittlicher Grundstücksgröße im Schnitt 2.600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche berappen muss, ist ein Objekt in vergleichbar guter Lage im Bezirk Waidhofen an der Thaya um weniger als ein Drittel, genauer gesagt um 835 Euro/m² zu haben." Hochpreisig seien auch die Bezirke Krems-Stadt (bis zu 2.300 Euro), Mödling (2.200 Euro), Korneuburg (bis 2.100 Euro) und Baden (bis zu 2.000 Euro) unterwegs, vergleichsweise günstig komme man in den Waldviertler Bezirken Gmünd (870 Euro) und Horn (955 Euro) zu Eigentum. Bei Baugrundstücken reicht die Preisspanne von 25 Euro pro Quadratmeter (Zwettl-Land) bis 370 Euro (Klosterneuburg).

Heuer sei in den meisten Regionen Niederösterreichs mit gleichbleibend hohen Immobilienpreisen zu rechnen. Preiszuwächse zwischen drei und fünf Prozent prognostizieren die RIV-Analysten jedoch für die Großräume Krems und St. Pölten sowie für die Regionen Bruck/Leitha, Hollabrunn und Stockerau.

Neusiedl im Burgenland am teuersten

Im Burgenland ist der Bezirk Neusiedl/See Spitzenreiter bei den Immobilienpreisen. Ein Einfamilienhaus in Top-Lage kostet hier im Schnitt bis zu 2.500 Euro je Quadratmeter. In der Stadt Eisenstadt zahlt man für ein Einfamilienhaus rund 2.200 Euro/m², in Eisenstadt-Umgebung etwa 2.000 Euro. Deutlich günstiger kommt das Dach über dem Kopf in den Bezirken Güssing und Jennersdorf. Hier zahlt man Quadratmeterpreise von rund 1.200 Euro für ein Einfamilienhaus.

In Wien, wo RIV mit der Erst- und Weitervermietung der vom Schwesterunternehmen Raiffeisen Vorsorge Wohnung errichteten Vorsorgewohnungen beauftragt ist, sind die Preise trotz des hohen Niveaus 2013 weiter gestiegen, wenn auch moderater als in den Jahren zuvor: In gut nachgefragten Lagen konnten Preiszuwächse von rund zehn Prozent erzielt werden, berichtet Weinbergers Co-Geschäftsführer Christoph Petermann. "Bei Objekten in Wiener Top-Lagen sehen wir Anzeichen für eine leichte Überhitzung des Marktes. Immer mehr Verkäufer lassen sich hier von Angebotspreisen im Internet und Medienberichten zu unrealistischen Preisvorstellungen hinreißen, die dann nicht realisierbar sind. Hier ist es unsere Aufgabe als Makler, den Kunden präzise und seriös zu beraten."

"Mietwohnungen mit adäquatem Preis-/Leistungsverhältnis müsse man derzeit in Wien "eigentlich überhaupt nicht bewerben. Sobald sie auf den Markt kommen sind sie auch schon wieder weg", sagt Petermann. Für 2014 rechnet die RIV in Wien mit einer Abflachung der Immobilienpreiskurve, allerdings mit keinen nennenswerten Preisrückgängen. (red, derStandard.at, 14.2.2014)

  • In Klosterneuburg kostet ein neuwertiges Einfamilienhaus in guter Lage im Schnitt 2.600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

    In Klosterneuburg kostet ein neuwertiges Einfamilienhaus in guter Lage im Schnitt 2.600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

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