Smart Meter: Elektroindustrie rührt Werbetrommel

14. Februar 2014, 12:23
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Arbeitsplätze und Lieferanten-Wettbewerb, mehr Verwaltungseffizient, Hackerangriffe sollen sich nicht lohnen

Die Elektroindustrie rührt die Werbetrommel für die neuen digitalen Stromzähler, "Smart Meter" genannt. Nicht ganz uneigennützig, wollen die IT-Firmen doch am milliardenschweren Kuchen mitnaschen. Nun liefert der Fachverband Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) Argumente für die neuen Geräte und versucht die Bedenken der Datenschützer zu entkräften.

Neue Tarife möglich

FEEI-Vizechef Manfred Müllner geht davon aus, mit der Umrüstung der Stromzähler bis 2019 "mehrere tausend Arbeitsplätze" zu sichern. Nebenbei sollen die Smart Meter auch die Energiewende vorantreiben. Den Stromkunden verspricht er mehr Wettbewerb unter den Lieferanten und damit günstigere Strompreise. Außerdem erhielten die Konsumenten genaue Auskunft über ihren Verbrauch. Müllner kann sich auch neue Tarife vorstellen, etwa welche, die am Wochenende günstiger sind oder welche für Langschläfer. Zur Erklärung: Eine stunden- und tageweise Abrechnung des Stromverbrauchs ist mit den derzeitigen analogen Zählern nicht möglich.

Erleichterte Verwaltung

Den Netzbetreibern, von denen manche derzeit noch auf der Bremse stehen, garantiert Johannes Zimmerberger vom Stromnetz der Linz AG mehr Effizienz in der Verwaltung. Man brauche keine Zählerkarten mehr verschicken und keine Mitarbeiter zum Ablesen. Rechnungen ließen sich auf Knopfdruck automatisiert erstellen, Lieferantenwechsel und Übersiedlungen würden erleichtert. Derzeit sind bei der Linz AG 110.000 Smart Meter am Netz, das ist ein Drittel aller Zählpunkte. Vor allem bei Kunden mit Photovoltaikanlagen seien die neuen Stromzähler von Vorteil, so Zimmerberger. Auch die Beschwerden sind ihm zufolge zurückgegangen.

Hacking-Gefahr: Widerspruch zu Datenschützer

Die Skepsis der Datenschützer kann der Fachverband ebenfalls nicht verstehen. "Die Übertragung der Messwerte ist vom Stromzähler bis zum Netzbetreiber verschlüsselt", erklärte Stromnetzexperte Dominik Engel von der Fachhochschule Salzburg. Er verglich die Technologie mit der beim Onlinebanking. Hackerangriffe seien zwar nie komplett auszuschließen, aber der Aufwand stehe nicht im Verhältnis zum Nutzen der digitalen Einbrecher. Den "Mythos", man könne mit dem Smart Meter herausfinden, welcher Fernsehsender läuft, kann er nach eigenen Tests nicht nachvollziehen. (APA, 14.02.2014)

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  • Bezüglich Hacking erkennt man keine große Gefahr.
 
    foto: ap

    Bezüglich Hacking erkennt man keine große Gefahr.

     

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