Unterschiedliche Entlohnung für erbrachte Leistung

21. Februar 2014, 12:58
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Für viele, die in der Medienbranche Fuß fassen möchten, ist ein Praktikum die beste Möglichkeit dazu. Das Publizistikinstitut der Uni Wien erhob die Rahmenbedingungen

Berufspraktika sind für die einen die beste Gelegenheit, praktische Erfahrung zu sammeln, die anderen sehen darin unbezahlte oder schlecht bezahlte Arbeitsleistung. Das Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften der Uni Wien hat sich die Rahmenbedingungen für Praktika in österreichischen PR- und Werbeagenturen sowie in Medienhäusern genauer angesehen.

Bezahlte Leistung

Mit einer durchschnittlichen Aufwandsentschädigung von 545 Euro im Monat steigen Praktikanten bei Zeitungen am besten aus. Begründet wird die verhältnismäßig gute Entlohnung im Printjournalismus damit, dass Praktikanten auch eine Leistung erbringen und für diese Arbeit bezahlt gehören. Bei einem Großteil der Zeitungsredaktionen sei auch eine Übernahme des Praktikanten möglich, so die Antworten der Zeitungsredaktionen.

Mit durchschnittlich rund 200 Euro fällt die Vergütung bei Radiosendern deutlich niedriger aus. Auch bei Filmproduktionsfirmen lagen die Praktikumsgehälter unterhalb von 400 Euro.

Auch in den Kommunikationsabteilungen im öffentlichen Dienst sind Praktika möglich. Beispielsweise werden bei der Stadt Wien Praktika mit 400 bis 600 Euro entlohnt. Auch die Übernahme in ein fixes Angestelltenverhältnis sei möglich.

Werden Praktika sehr niedrig oder gar nicht bezahlt, wurden als Gründe die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie ein Überangebot an Arbeitskräften genannt. Wie auch in anderen Branchen befinden sich Praktika arbeitsrechtlich in einer Grauzone zwischen Arbeit und Ausbildung, wobei immer mehr Kollektivverträge auch das Thema Praktikum genau regeln. Ein Beispiel dafür ist der Journalistenkollektivvertrag.

Arbeit und Bildung

Die Dualität von Arbeit und Ausbildung deckt sich auch mit den Angaben der befragten Unternehmen: "Der Fokus liegt sowohl auf der Ausbildung als auch auf der Praxis" oder auch "Eine Mischung aus Arbeits- und Ausbildungsverhältnis: Durch Integration in den Arbeitsablauf wird gleichzeitig ausgebildet", waren die häufigsten Nennungen.

Für diese Erhebung wurden rund 50 Kommunikations- und Medienunternehmen online befragt, rund die Hälfte hat geantwortet. Am zurückhaltendsten waren Unternehmen der PR- und Werbebranche. Von den zehn kontaktierten Unternehmen nahmen nur drei an der Befragung teil. (red, DER STANDARD, 15.2.2014)

  • Ein Bewerberüberangebot drückt die Bezahlung in der Medien- und Kommunikationsbranche.
    foto: www.istockphoto.com /daniel melekhin

    Ein Bewerberüberangebot drückt die Bezahlung in der Medien- und Kommunikationsbranche.

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