Der letzte Schwung auf dem Weg zum Beruf

14. Februar 2014, 17:00
1 Posting

In künstlerischen Studien können Abschlussarbeiten den Arbeitsalltag simulieren

Koalas in Hawaiihemden, angeknabberte Schallplatten, grelle Farben und Menschen mit Queen-Elizabeth-Pappmasken - es handelt sich hierbei nicht um einen psychedelischen Drogenfilm, sondern um einige Resultate der Kommunikationskampagnen für ein Festival, welche Intermedia-Studierende der FH Vorarlberg entwickelten.

Gestalterische beziehungsweise künstlerische Fachhochschulstudiengänge gibt es in Österreich nicht viele - sechs FHs bieten Ausbildungen an. Die meisten bewegen sich dabei im Bereich Design und orientieren sich vor allem an den Wünschen von Unternehmen und Kunden im Digital Age - crossmedial ist das Stichwort.

Während Forschung auf den ersten Blick nicht unbedingt mit künstlerischen Studien verbunden wird, ist die Verbindung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft auch hier von Bedeutung.

"Generell kann man bei uns zwischen experimentellem und forscherischem Gestalten unterscheiden. Was medial erforscht wird, soll dann in konkreten Projekten umgesetzt werden", sagt Andreas Gorbach, externer Dozent an der FH Vorarlberg.

Gorbach, der selbst eine Werbeagentur führt, macht die Arbeit mit Studierenden Spaß: "Es ist ein gegenseitiges Lernen. Ich versuche den Studenten den letzten Schwung vor dem Eintritt ins Berufsleben zu geben."

Die Ansprüche seien dabei durchaus mit der freien Wirtschaft vergleichbar - "vor allem das Arbeiten unter Zeitdruck und die eigenen Ideen zu verteidigen ist im Berufsleben wichtig. Das wird während der Projekt-Workshops im letzten Semester des Studiums intensiv geübt."

Für Abschlussprojekte treten Kunden - wie das erwähnte Festival - an die Fachhochschule heran. Der Ablauf des Projekts soll dabei möglichst nah am Arbeitsalltag einer Agentur liegen, und die Studierenden sollen mit ihren Konzepten mehrere Kanäle bedienen - von Plakaten über die Website bis zu Flyern, einem Trailer und Follow-ups.

Die Nutzungsrechte der fertigen Projekte bleiben dabei bei den Studierenden. "Natürlich kann es auch vorkommen, dass eine Arbeit direkt übernommen wird, wenn der Kunde sehr zufrieden ist", sagt Gorbach. (lhag, DER STANDARD, 15./16.2.2014)

Share if you care.