Melanom: Inhalierbares Interleukin gegen Lungenmetastasen

14. Februar 2014, 12:49
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Humaner Immunbotenstoff zum Inhalieren von Wiener Wissenschaftlern erprobt

Wien - Seit rund 20 Jahren wird versucht, den humanen Immunbotenstoff Interleukin-2 in der Behandlung bösartiger Erkrankungen einzusetzen. Im Rahmen einer kleinen internationalen Studie haben jetzt Wiener Wissenschaftler eine inhalierbare Variante von IL-2 zur Behandlung beziehungsweise zur Prophylaxe von Melanom-Metastasen in der Lunge angewendet - mit Erfolg.

"Die Behandlung mit Interleukin-2 (IL-2) bei Patienten mit Melanomen und Metastasen hat bemerkenswerte und andauernde Effekte gezeigt. Die systemische Anwendung von IL-2 kann aber schwere Nebenwirkungen verursachen, während eine lokale Anwendung als eine Alternative angesehen wird", schrieben jetzt Klemens Rappersberger, Leiter der dermatologischen Abteilung an der Wiener Krankenanstalt Rudolfstiftung, und die übrigen Autoren aus Wien, den USA und Italien in einer online im British Journal of Cancer veröffentlichten Studie.

Rückbildung der Absiedelungen

Insgesamt 20 Melanompatienten mit einer fortgeschrittenen Erkrankung und Lungenmetastasen wurden in die Studie aufgenommen. Bei fünf der Betroffenen konnten die Metastasen chirurgisch entfernt werden. Alle Patienten inhalierten viermal täglich IL-2, einmal im Monat wurden ihnen zusätzlich ein Chemotherapeutikum verabreicht.

Keiner der fünf Patienten, denen zuvor die Lungenmetastasen entfernt worden waren, bildete neue Absiedelungen nach. Von 15 Patienten, bei denen das IL-2 als Therapeutikum eingesetzt wurde, zeigten neun entweder eine Rückbildung der Metastasen oder zumindest eine Stabilisierung des Zustandes.

Die Autoren betonen, dass inhalierbares IL-2 nicht nur wirksames Mittel zur Behandlung von Lungenmetastasen beim schwarzen Hautkrebs sein könnte, sondern auch prophylaktisch eingesetzt werden kann, um die Neubildung von Metastasen zu verhindern. (red/APA, derStandard.at, 14.2.2014)

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