"Eine sehr gute Digitalkamera im Weltraum"

14. Februar 2014, 11:02
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Google-Earth Zulieferer Ball Aerospace arbeitet an der nächsten Generation von Satelliten

Im US-Bundesstaat Colorado arbeitet Ball Aerospace intensiv an einem neuen Satelliten-Modell, das Google Earth mit noch detaillierten Aufnahmen versorgen werden. "Im Grunde steckt nicht mehr dahinter, als eine sehr gute Digitalkamera im Weltraum zu betätigen", erklärt Ball Aerospace-Manager Jeff Dierks gegenüber der BBC. Künftige Satelliten wie der WorldView3 werden allerdings doch nach einem etwas komplexeren Modell funktionieren, was unter anderem an dem riesigen Teleskop läge, über das künftige Versionen verfügten. Ein weiterer Unterschied zwischen handelsüblicher Foto- und Satellitenkamera: Letztere mache fortlaufend neue Bilder, nicht nur auf Knopfdruck.

US-Militär sieht Objekte mit 10cm Breite

Satelliten sind mittlerweile in der Lage, schon Objekte mit einer Breite von lediglich zehn Zentimetern aufzunehmen. Dieser Detailgrad bleibt freilich dem US-Militär vorbehalten. Digital Globe, ein kommerzieller Satellitenbetreiber, der Google, Bing und Apple beliefert; könne zwar selbst auf bis zu 25cm Breite fotografieren, diese Fotos sind allerdings ebenfalls US-Regierungsbehörden vorbehalten. Alle anderen müssen sich vorerst mit der 50cm-Breite begnügen, was angesichts der 600 km Entfernung, in der ein Satellit schwebt, durchaus beeindruckend ist.

Update der Kartendienste dauert

Die Aufnahmen des neuen WorldView3-Satelliten werden dabei in einer Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten Verwendung finden: Etwa in der Städteplanung, beim Umweltschutz – Beobachtung von Waldbestand, Wildbestand – oder bei der Ölproduktion. Für die Allgemeinheit verfügbar werden die Bilder allerdings primär durch Google, das sie in seinem Google Earth – Dienst einsetzt. Allerdings könnte es dauern, bis das eigene Haus hochauflösend aus dem Weltraum anzusehen ist: Große Städte würden laut Dierks einmal pro Jahr gescannt werden. Ist es gerade bewölkt, verzögert sich der Rescan noch länger.

Konkurrenz zu Google Earth wächst

Im ländlichen Raum werde es noch länger dauern, bis vom WorldView3 aufgenommene Satellitenfotos verfügbar sind. Allerdings gibt es mittlerweile Konkurrenz zu Google Earth, etwa durch Bing oder Apple Maps. Die beiden Kartendienste greifen ebenfalls auf Bilder von DigitalGlobe zurück, könnten allerdings neuere Fotos erwerben. Konkurrenz könnte den etablierten Diensten durch UrtheCast erwachsen: Der Service verspricht, künftig Live-Bilder zu zeigen, die jeder kostenfrei herunterladen kann. Möglich wird das durch zwei kleine Kameras, die an der internationalen Raumstation ISS installiert wurden. (fsc, derStandard.at, 14.2.2014)

Links:

BBC

  • Künftig sollen Satellitenfotos noch schärfer werden - bis die neuen Fotos in die Kartendienste eingespeist sind, könnte es allerdings noch dauern
    foto: screenshot/google maps

    Künftig sollen Satellitenfotos noch schärfer werden - bis die neuen Fotos in die Kartendienste eingespeist sind, könnte es allerdings noch dauern

  • In der Satellitenfabrik von Ball Aerospace wird an neuen Modellen gearbeitet, die noch bessere Bilder liefern

    In der Satellitenfabrik von Ball Aerospace wird an neuen Modellen gearbeitet, die noch bessere Bilder liefern

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