FHs verlangen konkreten Finanzierungsplan

14. Februar 2014, 17:00
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Seit zwanzig Jahren sind Fachhochschulen Teil der tertiären Bildung. Der Sektor möchte weiter wachsen. Das Fehlen eines Entwicklungs- und Finanzierungsplans behindert dieses Vorhaben

Mit zehn technischen und wirtschaftlichen Studiengängen und knapp 700 Studierenden starteten im Wintersemester 1994/95 die ersten Fachhochschulen in Österreich mit ihrem Studienbetrieb. Im Studienjahr 2013/14 waren es bereits über 40.000 Studierende, die aus über 400 Studiengängen ein Studium an einer von insgesamt 21 Fachhochschulen gewählt haben.

Weiterer Ausbau

Von Anfang an war die enge Verknüpfung von akademischer Bildung und praktischer Anwendung der zentrale Bildungsauftrag der Fachhochschulen. Nach wie vor dominieren wirtschaftswissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge. Rund die Hälfte des Studienangebots wird berufsbegleitend angeboten. Ein genauer Studienablauf ermöglicht dem Großteil der Studierenden ein Studium in Mindestdauer. Kritiker sehen daran aber ein verschultes System, bei dem Eigenständigkeit und Selbstorganisation zu kurz kommen.

Einig sind sich Experten aber, dass der Fachhochschulsektor weiter ausgebaut werden soll. Auch das Koalitionsabkommen sieht den Ausbau sowie die Erhöhung des Fördersatzes für die Studienplätze vor. Nur herrsche seither Funkstille, sagt Kurt Koleznik, der Generalsekretär der Fachhochschulkonferenz (FHK). "Dass nichts weitergeht, ist schon befremdlich", ergänzt er.

Bis zum Studienjahr 2019/20 sollen FHs über 19 Prozent der Studierenden verfügen, derzeit sind es rund zwölf Prozent. Das Interesse an einem FH-Studium ist groß. Immerhin kann bei den derzeitigen Studienplätzen nur jeder dritte Interessent tatsächlich auch sein Studium an einer Fachhochschule beginnen.

Doch ohne konkreten Plan könne der Ausbau nicht vorangehen. "Es geht ja nicht nur um eine Aufstockung des Budgets. Es sollen ja auch neue Studiengänge entwickelt werden. Und dafür braucht es Zeit", sagt Koleznik. Erstmals in der zwanzigjährigen Geschichte der Fachhochschulen gebe es derzeit keine Planungsgrundlage, kritisiert Helmut Holzinger, Geschäftsführer der FH bfi Wien und Präsident der FHK.

Die FHK drängt auf einen verbindlichen Entwicklungs- und Finanzierungsplan. In diesen Plan müsse, so die FHK, das dynamische Wachstum der FHs sowie eine Abdeckung des bisherigen Inflationsverlustes ab dem Jahr 2014 für die Studienplatzförderung einfließen und umgehend umgesetzt werden.

Noch zu verbessern

Aber es gibt noch weitere Baustellen. So ist zwar die soziale Durchlässigkeit an Fachhochschulen verglichen mit Universitäten deutlich besser: 57 Prozent der Studierenden kommen aus den sogenannten unteren und mittleren Schichten. Innerhalb des tertiären Sektors könnte die Durchlässigkeit aber besser sein. Laut einer vom Wissenschaftsministerium 2013 durchgeführten Analyse zur Durchlässigkeit im tertiären Sektor haben nur 2,9 Prozent der Studienanfänger in Masterstudien an Universitäten einen inländischen Bachelorabschluss einer FH. Und nur 2,5 Prozent aller Doktoratsstudierenden haben einen Fachhochschul-Erstabschluss.

Hier wurden unnötige Hürden und zusätzliche Berechtigungsprüfungen von FH-Absolventen beklagt. Mit einem Entscheid des Verwaltungsgerichtshofs (VwGH) wurde dem nun ein Ende gesetzt. Denn wer ein einschlägiges Diplom- oder Masterstudium an einer FH absolviert hat, muss ohne weitere Prüfung zu einem Doktoratsstudium an einer Universität zugelassen werden, entschied der VwGH Anfang Dezember. (Gudrun Ostermann, DER STANDARD, 15.2.2014)

  • Damit der Ausbaupläne auch umgesetzt werden können, braucht es dringend einen neuen Finanzierungs- und Entwicklungsplan.
    foto: www.istockphoto.com/ bluestocking

    Damit der Ausbaupläne auch umgesetzt werden können, braucht es dringend einen neuen Finanzierungs- und Entwicklungsplan.

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