Wirtschaft in Eurozone kommt in Gang

14. Februar 2014, 14:20
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Langsam, aber sicher kommt die Wirtschaft in Österreich und in Europa in Schwung. Die privaten Konsumausgaben stagnieren

Wien - Der Aufschwung in der Eurozone wird kräftiger. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von Oktober bis Dezember mit 0,3 Prozent nicht nur etwas stärker als erwartet, sondern bereits das dritte Quartal in Folge. Erstmals seit Jahren schafften die vier größten Länder Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien gleichzeitig ein Plus.

Damit stehen die Vorzeichen gut, dass die Wirtschaft in der Währungsunion 2014 wieder wächst, nachdem sie im Gesamtjahr 2013 noch um 0,4 Prozent schrumpfte. Damit steht die Währungsunion allerdings noch immer deutlich schlechter da als die US-Wirtschaft, die im Herbst um 0,8 Prozent zulegte.

Die Wirtschaft in der gesamten EU wuchs im vierten Quartal 2013 um 0,4 Prozent, Österreichs Wirtschaft legte ebenfalls um 0,3 Prozent zu.

Sorgenkinder fassen wieder Fuß

Die Konjunktur im Euroraum profitiert auch davon, dass die Sorgenkinder langsam wieder Fuß fassen. Italiens Wirtschaft legte erstmals seit Mitte 2011 wieder zu, wenn auch nur um 0,1 Prozent. Frankreichs Wirtschaft wuchs um 0,3 Prozent und damit stärker als erwartet, auch Spanien schaffte ein Plus in dieser Höhe. Portugal meldete sogar 0,5 Prozent Zuwachs.

Im Sommer ist die Konjunktur der Eurozone nur um 0,1 Prozent gewachsen. Das stärkste Wachstum im Vergleich zum Vorquartal wiesen zwischen Oktober und Dezember 2013 Rumänien (1,7 Prozent), Tschechien (1,6 Prozent) und Litauen (1,2 Prozent) auf. In der Eurozone legte die Wirtschaft der Niederlande (0,7 Prozent) am stärksten zu, gefolgt von Portugal (0,5 Prozent). Die deutsche Wirtschaft wuchs im Quartalsvergleich um 0,4 Prozent. Einen Rückgang der Wirtschaftsleistung verzeichneten Zypern (minus 1,0 Prozent), Finnland (minus 0,8 Prozent) und Estland (minus 0,1 Prozent).

Beschleunigung

Was Österreich betrifft, so hat sich das Wachstum in den letzten drei Monaten des Vorjahres deutlich beschleunigt. Nach einer Schnellschätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) ist es im Vorjahresvergleich um 0,9 Prozent gestiegen. Das ist das höchste Wachstum des Jahres.

Das Gesamtjahres-Wachstum von 0,3 Prozent lag laut Wifo an der sehr schwachen ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres liegt. In den ersten beiden Quartalen des Vorjahrs hatte es praktisch kein Wachstum gegeben, im dritten dann ein Plus von 0,2 Prozent.

Exportplus

Die Erholung der Wirtschaft in der Eurozone habe der Nachfrage nach Ausfuhren Schwung verliehen und im vierten Quartal zu einem Exportwachstum von 0,4 Prozent geführt, hält das Wifo fest. Die Importe haben hingegen an Schwung verloren und nur mehr um 0,1 Prozent zugelegt.

Überdurchschnittliches reales Wachstum gab es im vierten Quartal im Vergleich zum dritten Quartal (saison- und arbeitstagbereinigt) auch im Kredit- und Versicherungswesen (0,8 Prozent), in der Herstellung von Waren sowie in den staatlichen Konsumausgaben (jeweils 0,4 Prozent).

Konsum stagniert

Die privaten Konsumausgaben stagnierten weiter mit einem Zuwachs von nur 0,1 Prozent. Die Investitionsnachfrage ziehe hingegen allmählich an, die Bau- und Ausrüstungsinvestitionen stiegen um 0,3 Prozent. Die Konjunktur der Bauwirtschaft verlief stabil, Investitionen und Wertschöpfung des Sektors legten zu.

Keine Impulse kamen hingegen vom Handel, Kfz-Wirtschaft, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie (0,0 Prozent) oder Information und Kommunikation (0,1 Prozent). (red/APA, 14.2.2014)

  • Österreichs Wirtschaft wächst wieder schneller.
    foto: apa/julian stratenschulte

    Österreichs Wirtschaft wächst wieder schneller.

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    grafik: apa
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