Schwangere von Schneepflug in New York getötet: Baby überlebte

14. Februar 2014, 08:11
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Neugeborenes nach Notoperation in Lebensgefahr - Kein Ende des Schneechaos in den USA

New York - Beim Kampf gegen die Schneemassen in den USA hat sich ein besonders tragischer Unfall ereignet: Eine hochschwangere Frau wurde am Donnerstagabend in New York von einem Schneepflug erfasst und getötet. Ihr Baby wurde nach Medienberichten aber per Kaiserschnitt gerettet. Insgesamt kamen mindestens Menschen durch Schnee und Eis ums Leben, eine Wetterentwarnung gab es zunächst nicht.

Die schwangere 36-Jährige wurde den Berichten zufolge auf einem Parkplatz von einem Schneepflug angefahren und erlag später ihren Verletzungen. Ihr Baby konnte in einer Notoperation zur Welt gebracht werden, sein Zustand war aber kritisch. Die meisten Opfer des extremen Winterwetters kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben, andere Menschen wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen oder erlitten beim Schneeschaufeln einen Herzinfarkt, wie die Zeitung "USA Today" berichtete.

Die Meteorologen gaben wenig Hoffnung auf ein Ende der Eiseskälte: Der nationale Wetterdienst kündigte weitere Schneefälle an, vor allem im Nordosten des Landes. Starker Schneefall und stürmischer Wind würden in Teilen der Appalachen-Gebirgskette und in der Region Neuengland erwartet, erklärte die Behörde. Anschließend werde das eisige Wetter weiter in den Osten Kanadas ziehen. Für Samstag muss aber auch die US-Ostküste mit weiterem Schnee rechnen.

Wetterwarnung, Strom- und Busausfälle

In New York wurde am Freitag 30 Zentimeter Schnee erwartet und bis 18.00 Uhr eine Wetterwarnung verhängt. "Willkommen zum sechsten Wintersturm in sechs Wochen", sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Wegen gestrichener und verspäteter Flüge harrten tausende Menschen auf Flughäfen aus. Es wurde mit einem tagelangen Chaos im Luftverkehr gerechnet.

In fast 800.000 Haushalten in elf Bundesstaaten fiel am Donnerstag der Strom aus, allein 340.000 Haushalte waren nach Angaben des Energieministeriums in North Carolina und South Carolina betroffen.

In Washington fuhren keine Busse. Die Räumdienste waren hoffnungslos überfordert, sogar Hauptstraßen blieben schneebedeckt. Zahlreiche Schulen waren in der US-Hauptstadt und im benachbarten Bundesstaat Maryland geschlossen, außerdem wurden Regierungstermine abgesagt. Die Straßen der Hauptstadt waren nahezu menschenleer, während auf der National Mall Skifahrer unterwegs waren.

Wie bei vergangenen Wetterkapriolen verschlimmerte die teils marode Infrastruktur der USA die Lage deutlich. Schon einige Zentimeter des nassen, schweren Schnees genügten, um Äste oder Bäume auf Strommasten stürzen zu lassen und so ganze Straßenzüge von der Stromversorgung abzuschneiden. Viele Menschen hamsterten Vorräte und kauften Generatoren, um sich für den Notfall zu wappnen.

Erst vergangene Woche war ein Schneesturm über den Nordosten der USA hinweggezogen. Auch in den eigentlich sonnenverwöhnten Südstaaten hatte Winterwetter vor zwei Wochen für Chaos gesorgt. (APA, 14.2.2014)

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