Indigene Amerikaner gehen direkt auf Clovis-Kultur zurück

13. Februar 2014, 18:27
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Genom eines vor 12.600 Jahren gestorbenen Buben sequenziert

Kopenhagen/Wien - Als der kleine Bub vor rund 12.600 Jahren starb, war er noch keine zwei Jahre alt. Sein Grab befindet sich im heutigen US-Staat Montana und wurde erst 1968 entdeckt. Mehr als vierzig Jahre später hat ein internationales Forscherteam das Erbgut des Kleinkinds sequenziert - und einen Volltreffer gelandet.

Die im Fachblatt Nature publizierten Analysen zeigten nämlich, dass sein Genom die engste Verwandtschaft mit dem aller heutigen Ureinwohner Amerikas aufweist. Darüber hinaus ist sein Erbgut den Menschen in Sibirien ähnlicher als anderen Eurasiern oder irgendwelchen anderen Menschen weltweit. Damit ist klar, dass die Vorfahren der Ur-Amerikaner aus Asien kamen.

Die Familie des Buben war "direkter Vorfahr für die meisten Populationen in Amerika", sagt Ko-Autor Eske Willerslev, Paläogenetiker vom Naturkundemuseum in Kopenhagen. Das Knabenskelett, das der Clovis-Kultur zugeordnet werden konnte, wird von mehreren indigenen Völkern beansprucht. Die Forscher werden es in wenigen Wochen deren Vertretern übergeben, die es dann nochmals feierlich bestatten. (red, DER STANDARD, 14.2.2014)

  • Beigaben aus dem Grab des Clovis-Knaben.
    foto: sarah l. anzick

    Beigaben aus dem Grab des Clovis-Knaben.

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