Vom Rodeln zum Eishockey

13. Februar 2014, 18:00
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Im Windschatten der silbernen Linger-Brüder

Dem Abend im Sanki Sliding Center in Krasnaja Poljana folgt ein Tag im olympischen Park in Sotschi. Auf dem Weg zur und von der Rodelbahn, in der die tüchtigen Absamer Brüder Andreas und Wolfgang Linger ihre Erfolgsgeschichte fortführen, den beiden Goldenen in Turin 2006 und Vancouver 2010 die Silberne von Sotschi 2014 folgen lassen, wird man am Abend besonders enthusiastisch begrüßt.

Mag sein, dass es daran liegt, dass man mit zwei Leuten unterwegs ist, die die Anoraks des österreichischen Teams tragen. Auf der Akkreditierung ist die Nationalität nicht ersichtlich. Die Menschen gratulieren, als hätte man selbst eine Medaille gewonnen, und die Stimmung an der Bahn ist echt toll.

Am Donnerstagmittag wohnt man der Partie des österreichischen Eishockeyteams gegen Finnland bei (4:8). Sie beginnt um zwölf Uhr. So eine halbe Stunde später, nach Ertönen der Schlusssirene des ersten Drittels, nützt man die Pause, um sich auf der riesigen Terrasse des prunkvollen Bolschoi Eispalastes bei frühlingshaften Temperaturen die Füße zu vertreten, raus aufs Schwarze Meer zu blicken oder hinauf zu den verschneiten Bergen des Kaukasus. Und um Kalle Palander zu treffen, den Finnen, der 1999 in Vail Weltmeister im Slalom wurde. Palander, der fürs finnische Fernsehen arbeitet, hat frei an diesem Tag. Es steht kein alpiner Bewerb in Rosa Chutor an, also kommentiert er nicht, sondern schaut Eishockey, den liebsten Sport der Finnen.

"In den Bergen seid ihr besser", sagt Palander unwidersprochen. "Wir geht's", fragt man ihn, der seine Karriere nach unzähligen Knieoperationen beenden musste. "Danke, ich kann gehen." (Benno Zelsacher, DER STANDARD, 14.02.2014)

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