Neue Mittelschule: Rudas empört über grünen Hypo-Vergleich

13. Februar 2014, 15:47
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Grüner Bildungssprecher Walser: Flächendeckende Umwandlung der Hauptschulen in NMS war "fataler Fehler" der Regierung

Für ihn war es ein "fataler Fehler" der Regierung, vor zwei Jahren gegen den Widerstand der Grünen eine flächendeckende Umwandlung der Hauptschulen in Neue Mittelschulen bis 2016 zu beschließen. Heute sieht sich Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, bestätigt: Der Notendruck in der Volksschule sei weiter groß, das System teuer und die Schülerleistungen nicht besser. Walser sieht eine "bildungspolitische Hypo Alpe Adria". Er fordert eine rasche Evaluierung der Neuen Mittelschule.

Der "bildungspolitische Blindflug" bei der NMS müsse beendet werden, erklärte Walser am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Rudas: Moralische Bankrotterklärung der Grünen

SPÖ-Bildungssprecherin Laura Rudas kritisierte in einer Aussendung Wallners Hypo-Vergleich: "Dass Walser allen Ernstes Kinder und Lehrende mit dem korrupten System der Hypo Alpe Adria vergleicht, ist empörend und letztklassig. Was er damit Kindern und Lehrern antut, die sich ganz bewusst für die Neue Mittelschule entschieden haben, wird Walser bei seinem nächsten Bürgerkontakt zu hören bekommen."

Walsers "unsäglicher Vergleich" sei eine "moralische Bankrotterklärung der Grünen". Die Neue Mittelschule sei zudem ein Schultyp ist, der sich in vielen Bereichen bewährt habe.

Walser: Verschiebung von NMS-Evaluierung inakzeptabel

Walser hatte zuvor erklärt, es sei nicht akzeptabel, wenn die eigentlich bereits nach Abschluss des ersten NMS-Durchgangs 2013 angekündigte Evaluierung nun erst bis Mai 2015 veröffentlicht werden soll. "Die Evaluierung muss umgehend erfolgen", so Walser. Außerdem müsse das zuständige Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) die Daten für andere Forscher offenlegen. Die Ergebnisse, hofft Walser, würden dann jene Kreise in der ÖVP stärken, die einer Gesamtschule nicht abgeneigt sind.

Dass Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) bei der NMS lediglich "Kinderkrankheiten" sieht, ist für Walser unverständlich. Er ortet vielmehr einen "Systemfehler": Die Regierung habe sich auf Druck der ÖVP vom Ziel verabschiedet, die Bildungsentscheidung von zehn auf 14 Jahre zu verschieben. Der Status quo sei deshalb: Die NMS koste pro Jahr rund 550 Millionen Euro mehr als die AHS, während die Leistungen von NMS-Schülern etwa bei den Bildungsstandardtestungen nicht besser gewesen seien als jene von Hauptschülern. (APA, red, 13.2.2014)

  • SPÖ-Bildungssprecherin Laura Rudas: "Was er damit Kindern und Lehrern antut, die sich ganz bewusst für die Neue Mittelschule entschieden haben, wird Walser bei seinem nächsten Bürgerkontakt zu hören bekommen."
    foto: apa/herbert neubauer

    SPÖ-Bildungssprecherin Laura Rudas: "Was er damit Kindern und Lehrern antut, die sich ganz bewusst für die Neue Mittelschule entschieden haben, wird Walser bei seinem nächsten Bürgerkontakt zu hören bekommen."

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