Heinisch-Hosek will umfassende Entwicklungsstand-Tests

13. Februar 2014, 14:57
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Kindergartenpflicht für Vierjährige soll nicht nur von Sprache abhängen

Geht es nach Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), soll nicht allein eine Sprachstandsfeststellung bei den Dreieinhalbjährigen darüber entscheiden, ob sie zu einem zweiten Kindergartenjahr verpflichtet werden. Sie pocht auf eine umfassende Entwicklungsstandfeststellung, in der neben Sprache etwa auch psychomotorische Fähigkeiten getestet werden, so ihre Sprecherin.

Tests in Regierungsprogramm

Eine solche umfassende Testung sei auch im Regierungsprogramm festgeschrieben. Laut dem Sprecher von Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) arbeiten Experten von Familien- und Integrationsministerium gemeinsam mit Ländern und Gemeinden schon an einer solchen Weiterentwicklung der Sprachstandsfeststellungen, die bereits in je nach Bundesland unterschiedlichem Ausmaß eingesetzt werden. Klar sei jedoch, dass auch bei einer künftigen Testung Sprache der Schwerpunkt sein müsse.

Zu klären ist aus Heinisch-Hoseks Sicht auch die Frage, wie solche Tests umgesetzt werden und welche Rolle Städte, Gemeinden und Länder spielen sollen. Hier seien Familien- und Integrationsministerium gefordert, ein Gesamtkonzept vorzulegen. Erst dann solle entschieden werden, für welche Vierjährigen es ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr geben soll. Dabei sei man prinzipiell mit dem jüngst von der ÖVP vorgestellten Konzept einverstanden, dass es eine Pflicht nur für Kinder mit Förderbedarf geben soll.

Betreuungsquote bei Vierjährigen hoch

Klares Ziel müsse außerdem sein, ein Kindergartenjahr für Vierjährige für alle gratis anzubieten. Schon derzeit sind Kindergartenplätze im Großteil Österreichs kostenlos. Die Betreuungsquote bei den Vierjährigen ist mit 94 Prozent bereits sehr hoch. Allerdings, so argumentiert die Regierung, würden oft jene, die es am dringendsten brauchen, keinen Kindergarten besuchen. (APA, 13.2.2014)

  • Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek setzt sich für umfassende Entwicklungsstand-Tests ein.
    foto: apa/herbert neubauer

    Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek setzt sich für umfassende Entwicklungsstand-Tests ein.

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