Kinder älterer Väter sind anfälliger für psychische Erkrankungen

13. Februar 2014, 13:58
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Daten von 2,9 Millionen dänischen Neugeborenen ausgewertet

Australische Wissenschafter konnten in einer aktuellen Studie nachweisen, dass Kinder älterer Väter einem höheren Risiko ausgesetzt sind, an psychischen Störungen zu erkranken. Das von John McGrath von der University of Queensland geleitete internationale Forschungsteam bediente sich des dänischen Gesundheitsregisters, um das Alter der Mütter und Väter von 2,9 Millionen Neugeborenen zu untersuchen.

Für die Studie verwendeten die Forscher Daten von zwischen 1955 und 2007 geborenen Personen. Die Menschen litten an einem breiten Spektrum an psychischen Krankheiten wie Schizophrenie, Stimmungsstörungen, neurotischer, stressbedingter Störungen, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen und einer Reihe von Entwicklungs- und Kindheitsstörungen.

Neu-Mutationen in Samenzellen

"Wir haben herausgefunden, dass das Risiko für psychische Krankheiten, insbesondere geistige Behinderung, Autismus und Schizophrenie für Kinder steigt, wenn die Väter bei deren Geburt älter als 29 Jahre waren," so McGrath. Die Verbindung zwischen dem Alter der Eltern und mentaler Störungen bei deren Kindern kann durch eine Reihe verschiedener Faktoren bedingt werden. Der Forscher vermutet die Ursache unter anderem bei neuen Mutationen in den Samenzellen: "Diese können zu einem erhöhten Risiko für ein überraschend breites Spektrum an psychischen Störungen beitragen."

Bei der Analyse der Daten fanden die Forscher auch eine Verbindung zwischen Kindern junger Mütter und Suchterkrankungen, hyperkinetischen Störungen (ADHS) und geistiger Behinderung. „Die Kinder von Teenager-Müttern waren am anfälligsten für die meisten neurotischen und stressbedingten Erkrankungen," erklärt McGrath.

"Neueste Gen-Studien belegen, dass die Nachkommen älterer Väter mehr neue Mutationen aufweisen. Unsere Erkenntnisse lassen darauf schließen, dass die altersbedingten Genmutationen bei Vätern die geistige Gesundheit der Kinder beeinträchtigen können." Mit anderen Worten: die biologische Uhr tickt für Männer genauso wie für Frauen. (red, derStandard.at, 15.2.2014)

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