USA: 2.000 Klagen gegen Boehringer wegen Blutverdünnungsmittels

13. Februar 2014, 13:15
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Das Schlaganfallmittel Dabigatranetexilat, besser bekannt als "Pradaxa", steht wegen seines angeblich zu hohen Blutungsrisikos in der Kritik

Der deutsche Pharmakonzern Boehringer Ingelheim ist in den USA mit einer Klagewelle wegen seines Schlaganfallmittels Dabigatran ("Pradaxa") konfrontiert. Inzwischen machen dort mehr als 2.000 Kläger den Gerinnungshemmer für schwere und zum Teil tödliche Blutungen verantwortlich.

Wie bei allen Gerinnungshemmern zur Behandlung und Prophylaxe von Thrombosen - zum Beispiel auch bei Vorhofflimmern zur Verhütung von Schlaganfällen - besteht auch bei den neueren Substanzen (Dabigatran, Rivaroxaban etc.) ein gewisses Blutungsrisiko. In den klinischen Studien erwies es sich aber als geringer als zum Beispiel mit dem alten Blutgerinnungshemmern Marcoumar. Außerdem sind diese Arzneimittel einfach zu dosieren. Die Patienten müssen nicht regelmäßig zu Laboruntersuchungen.

"Positives Nutzen-Risiko-Profil"

Dabigatran ist seit 2008 auf dem Markt. Bisher hat sowohl die US-Arzneimittelbehörde FDA als auch die europäische Arzneimittelagentur EMA an der insgesamt positiven Einschätzung des Medikaments nicht gerüttelt. Boehringer Ingelheim will sich gegen die Kalgen zur Wehr setzen "Wir sind sicher, dass wir in den Verfahren zeigen können, dass wir sehr sorgfältig und verantwortungsvoll gearbeitet haben in Forschung, Entwicklung und Vermarktung von Pradaxa", erklärte der Konzern.

Boehringer Ingelheim verwies unter anderem darauf, dass das Blutungsrisiko bei der Behandlung mit Dabigatran mit der richtigen Einstellung des Patienten durch den Arzt beherrschbar sei. "Rein rechnerisch hat Pradaxa seit Markteinführung gegenüber Nichtbehandlung schon mehr als 120.000 Schlaganfälle verhindert. Davon wäre ebenfalls ein hoher Anteil tödlich", erklärte der Konzern. Das Arzneimittel sei bereits in mehr als hundert Staaten zugelassen. Alle Behörden hätten dabei das positive Risiko-Nutzen-Profil bestätigt. 2012 steuerte das Präparat 1,1 Milliarden Euro zum Konzernumsatz von Boehringer Ingelheim bei. (APA, derStandard.at, 13.2.2014)

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