Studie: Gewaltspiele erschweren Teenagern, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden

13. Februar 2014, 11:58
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Übermäßiger Konsum verzögert die Moralentwicklung, urteilt eine kanadische Studie

Der übermäßige Konsum von Gewaltspielen kann bei Jugendlichen die Moralentwicklung verzögern und die Fähigkeit zur Empathie mindern. Zu dieser Erkenntnis kommt zumindest eine Studie der kanadischen Brock University, für die hundert Schüler im Alter von 13 bis 14 Jahren untersucht wurden.

Gut und Böse

Die Untersuchung kommt zu der Erkenntnis, dass Videospiele eine große Rolle in der Freizeitgestaltung dieser Jugendlichen einnehmen. Rund ein bis drei Stunden täglich verbringen die Teenager demnach vor dem PC oder der Spielkonsole. Games, bei denen die Tötung von Spielfiguren im Mittelpunkt steht, würden dabei einen prominenten Platz einnehmen.

Forscherin Mirjana Bajovic zufolge wird das vor allem dann problematisch, wenn die Jugendlichen sich mehr als drei Stunden pro Tag damit auseinandersetzen, ohne anderen sozialen Aktivitäten nachzugehen. Denn die einseitige Beschäftigung mit Gewaltspielen beeinträchtige die Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Genauso falle es diesen Kindern schwerer, Mitgefühl für andere Menschen zu entwickeln.

In Maßen

Entscheidend sei hier, dass vor allem die einseitige Beschäftigung mit Gewaltspielen problematisch ist. Gleichzeitig habe sich gezeigt, dass nicht gewalthaltige Videospiele keinen negativen Einfluss auf die Moralentwicklung haben - egal wie viel Zeit Jugendliche damit verbringen.      

Die Forscher empfehlen Eltern, ihre Kinder, die sich viel mit Gewaltspielen beschäftigen, in ein soziales Umfeld einzuspannen, in dem sie mit den Bedürfnissen und Ansichten anderer Menschen konfrontiert werden - wie zum Beispiel Wohltätigkeitsarbeit. (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 13.2.2014)

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BBC

  • Spielen Ihre Kinder viel Gewaltspiele?
    foto: reuters/ina fassbender

    Spielen Ihre Kinder viel Gewaltspiele?

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