Alijew-Opfer klagen in Wien an

13. Februar 2014, 09:30
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Geschädigter aus Kasachstan soll bei mysteriösem Unfall gestorben sein

Wien - Die Causa des in Malta abgetauchten ehemaligen kasachischen Botschafters in Österreich, Rachat Alijew, wird um eine Facette reicher. Just im Wiener Media Quarter Marx halten am Donnerstag mutmaßliche Geschädigte der Machenschaften Alijews eine Pressekonferenz ab. Am Media Quarter Marx ist die Frau Alijews über ein Firmengeflecht beteiligt.

Mysteriöser Todesfall in Almaty

Der Gang an die Öffentlichkeit würde schneller als geplant ausfallen, schreibt Serik Medetbekov von der "Koordinierungsstelle für demokratische Bewegung und Menschenrechte in der Republik Kasachstan". Laut Aussendung ist der kasachische Unternehmer Rafik Sotkimbaev - eines der angeblichen Opfer Alijews, das in Wien hätte auftreten sollen - vor wenigen Tagen "unter äußerst verdächtigen Umständen" bei einem Autounfall im kasachischen Almaty tödlich verunglückt. Das habe die anderen Teilnehmer dazu bewogen, jetzt auszusagen.

Der einst erfolgreiche Unternehmer Sotkimbaev soll von Alijew, damals Vizechef des kasachischen Geheimdiensts, verhaftet, bedroht, enteignet und in den finanziellen Ruin getrieben worden sein. Sotkimbaev hatte bereits in mehreren europäischen Ländern, darunter auch in Österreich, Anzeige erstattet und Schadenersatz gefordert. Die Anzeige, die bereits vor mehreren Jahren bei der Staatsanwaltschaft Wien eingegangen ist, sei "Gegenstand der Ermittlungen".

Medetbekov ist laut Eigenangaben "Gründer der ersten unabhängigen Radio- und Fernsehsender in Kasachstan". Er musste nach Drohungen Alijews, der sein Medienunternehmen übernahm, mit seiner Familie fliehen. Heute lebt er in Deutschland. Medetbekov und andere Personen, die von Alijew bedroht worden sein sollen und geflohen sind, wollen das Einfrieren der Vermögenswerte Alijews erreichen und Entschädigungszahlungen durchsetzen.

Anwalt: Vorwürfe haltlos und lächerlich

Als "alten Hut" und "haltlos" bezeichnet Alijews Rechtsanwalt Otto Dietrich die Vorwürfe. Er sagt zum STANDARD: "Wenn die Vorwürfe stimmen würden, warum haben die Betroffenen dann nicht in Kasachstan geklagt? Warum in Österreich? Das wundert mich." Dass die Pressekonferenz im Media Quarter Marx stattfindet, sei die Spitze des Eisberges: "Lächerlicher geht es nicht mehr."

Alijew ist mit einer Österreicherin verheiratet, er hat den Namen seiner zweiten Ehefrau angenommen und heißt mittlerweile Shoraz. Gegen ihn wird wegen mutmaßlicher Entführung und Ermordung von zwei kasachischen Bankmanagern sowie wegen Geldwäsche und Auftragsmords ermittelt. (rwh, krud, DER STANDARD, 13.2.2014)

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