Hacker legen auch deutschen Bitcoin-Marktplatz lahm

13. Februar 2014, 09:23
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Problem betrifft fast alle Bitcoin-Börsen, Bitcoins laut Betreibern aber sicher

Schon seit Tagen steht die virtuelle Währung Bitcoin unter Beschuss. Nun hat auch der deutsche Marktplatz Bitcoin.de sämtliche Auszahlungen der virtuellen Währungen bis auf weiteres ausgesetzt. „Wir können Bitcoin-Transaktionen derzeit nicht korrekt zuordnen", sagte Bitcoin.de-Geschäftsführer Oliver Flaskämper dem Handelsblatt. Zuvor sei es bei rund 90 Transaktionen zu Unregelmäßigkeiten gekommen. Für Nutzer bestehe jedoch keine Gefahr. „Die Bitcoins haben bitcoin.de nicht verlassen. Sie sind weiter sicher."

Das Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Herford betreibt nach eigenen Angaben mit rund 150.000 Nutzern den größten Bitcoin-Marktplatz in Deutschland. Bereits am Montag hatte die Bitcoin-Börse Mt. Gox aus Japan den Bitcoin-Handel eingestellt. Als Ursache nannte der Betreiber einen Softwarefehler, der offenbar von Hackern ausgenutzt wird. Durch gezielte Angriffe verhinderten sie, dass der Transfer von Bitcoins von einem Speicherort zum anderen korrekt protokolliert wird. „Offenbar handelt es sich dabei um ein Problem, das fast alle Börsen betrifft", erklärt Bitcoin.de-Chef Flaskämper

Die Bitcoin-Foundation, eine Interessengemeinschaft der Bitcoin-Nutzer, will für Abhilfe sorgen. „Wir haben das Problem identifiziert und arbeiten gemeinsam an einer Lösung", heißt es in einer Stellungnahme.

Bitcoin hat an den Online-Börsen vergangenes Jahr eine rasante Berg- und Talfahrt absolviert. Von unter 20 Dollar stieg der Kurs auf zwischenzeitlich mehr als 1.200 Dollar. Am Donnerstag pendelte der Bitcoin-Kurs um die 900 Dollar. Die starke Schwankungsbreite des Kurses ist vor allem auf Spekulation zurückzuführen.

Das Geldmengenwachstum der Währung ist technisch auf 21 Millionen Bitcoin begrenzt. Der Bitcoin wird nicht zentral ausgegeben, sondern von sogenannten „Bitcoin Minern" mittels Software und spezialisierter Hardware berechnet – damit wacht keine zentrale Autorität wie eine Notenbank über die Währung, sondern ein mathematischer Algorithmus. Je mehr Rechenkraft zum Berechnen von Bitcoin eingesetzt wird, desto schwieriger wird es, neue Bitcoins zu erschaffen. Internationale Geldüberweisungen sind derzeit binnen Sekunden und praktisch kostenlos möglich. Die digitale Währung steht derzeit im Fokus von Regulierungsbehörden und Regierungen, da sie auch für illegale Aktivitäten genutzt wird. (WSJ.de/derStandard.at, 13.2.2014)

  • Hacker-Angriffe sorgen für Turbulenzen bei der digitalen Währung
    foto: reuters/jim urqhart

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