Hochrangiges Treffen zwischen Nord- und Südkorea bleibt ohne Ergebnis

13. Februar 2014, 09:18
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Pjöngjangs Forderung nach Verschiebung von Militärmanöver wird nicht nachgekommen - US-Außenminister Kerry in Seoul eingetroffen

Panmunjom/Pjöngjang/Washington - Ein hochrangig besetztes Gespräch zwischen Nord- und Südkorea ist in der Nacht zum Donnerstag ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Der Norden hatte verlangt, dass ein US-südkoreanisches Militärmanöver bis nach dem geplanten Treffen verschoben wird. Die Forderung sei nicht erfüllt worden, sagte Südkoreas Wiedervereinigungsminister Ryoo Kihl Jae vor dem Parlament in Seoul.

Weitere Gespräche für Freitag geplant

Die Delegationen beider Seiten waren am Mittwoch im Grenzdorf Panmunjom zusammengekommen und berieten bis spät in den Abend. Dabei hätten beide Seiten aber nur ihre Positionen erläutert, sagte ein Sprecher der südkoreanischen Präsidentin. Immerhin hätten sich Norden und Süden dazu bekannt, den Dialog fortzusetzen. Das südkoreanische Wiedervereinigungsministerium erklärte wenig später, dass die Gespräche am Freitag in Panmunjom fortgesetzt werden. Der Vorschlag dazu kam demnach erneut aus Pjöngjang.

Die südkoreanische Delegation wurde von Kim Kyou Hyun geführt, er ist Vize-Direktor für Nationale Sicherheit in der Regierung von Präsidentin Park Geun Hye. Er äußerte vor dem Gespräch die Hoffnung auf "ein neues Kapitel auf der koreanischen Halbinsel". Nach südkoreanischen Angaben war es das ranghöchste Treffen seit 2007. Demnach hatte die kommunistische Führung in Pjöngjang darum gebeten. In nordkoreanischen Medien wurde über das Treffen zunächst nicht berichtet.

Brisante Überschneidung

Die Regierungen in Seoul und Pjöngjang hatten sich vor einer Woche darauf geeinigt, erstmals seit Jahren wieder ein Familientreffen abzuhalten. Demnach soll es vom 20. bis 25. Februar im Feriengebiet Kumgang in Nordkorea stattfinden. Ein im September angesetztes Familientreffen war von Pjöngjang kurzfristig abgesagt worden.

Die Beziehungen zwischen beiden Staaten sind derzeit wegen eines für Ende Februar geplanten Militärmanövers von Südkorea und den USA besonders angespannt. Die Führung in Pjöngjang will die jährliche Übung verhindern, die sich teilweise mit dem geplanten Familientreffen überschneidet. Das Manöver soll am 24. Februar beginnen und bis Mitte April dauern.

Kerry in Seoul

US-Außenminister John Kerry traf am Donnerstag zum Auftakt einer Asien-Reise in Seoul ein. Im Fokus seiner Gespräche sollte das nordkoreanische Atomprogramm stehen. Nordkorea und China haben sich dafür ausgesprochen, die auf Eis liegenden Sechs-Parteien-Verhandlungen über das Programm fortzusetzen. Washington und Seoul verlangen vorher aber überzeugende Schritte Pjöngjangs zum Stopp seines Atomwaffenprogramms. "Worte alleine werden nicht ausreichen", sagte ein US-Diplomat auf dem Flug Kerrys nach Südkorea. Wegen seines Atomprogramms und wiederholten Raketentests ist das verarmte Nordkorea international weitgehend isoliert. (APA, 13.2.2014)

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