Buwog kauft 18.000 deutsche Wohnungen

12. Februar 2014, 23:46
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Die Immofinanz-Tochter stockt damit ihren Bestand auf 54.000 Wohnungen auf, im März sollen die Aktionäre den Börsengang absegnen

Frankfurt - Die an der Wiener Börse notierte Immofinanz legt mit dem Börsegang ihrer Wohnungstochter Buwog los. Eingeläutet wird dieser mit dem Kauf von 18.000 Wohnungen in Deutschland für 892 Mio. Euro. Am Mittwochabend meldete die Immofinanz, dass das Closing für den Deal im zweiten Quartal 2014 erwartet wird. Am 14. März sollen die Aktionäre die Abspaltung und die damit verbundene Börsenotiz der Buwog absegnen.

Für 20 Immofinanz-Aktien sollen sie eine Buwog-Aktie bekommen. Die Buwog werde sich dann zu 51 Prozent im Streubesitz befinden, so die Immofinanz. "Nach dieser Abspaltung wird die Immofinanz wirtschaftlich eine Finanzbeteiligung von 49 Prozent an der Buwog AG halten, die mittelfristig weiter abgebaut werden soll", hieß es in der Pflichtmitteilung.

Die Aktien des Wohnungskonzerns sollen sowohl in Frankfurt (Hauptlisting) als auch in Wien und Warschau an der Börse notieren, jeweils im geregelten Markt. Die Aktionäre der Immofinanz müssen bei der außerordentlichen Hauptversammlung in einem Monat mindestens mit einer Dreiviertelmehrheit zustimmen.

Portfolio wächst auf 54.000 Wohneinheiten

Mit dem Megazukauf in Deutschland wächst das Portfolio der Immofinanz-Wohnungstochter Buwog auf 54.000 Bestandseinheiten. Knapp die Hälfte der Buwog-Wohnungen befinden sich dann in Deutschland, 51 Prozent in Österreich.

Für die 18.000 neuen Wohnungen in Berlin, Hannover und Magdeburg zahlt der Konzern einen Quadratmeterpreis von 819 Euro, insgesamt sohin 892 Millionen Euro. Die Gesamtmietfläche beträgt 1,09 Mio. Quadratmeter, die Bruttorendite 7,6 Prozent, bei einem Leerstand von 2,3 Prozent.

Ursprünglich wollte die Buwog den Deal noch im Jahr 2013 abschließen, aber in den Verkaufsgesprächen galt es seitens der jetzigen Besitzerin Solaia RE noch einen offenen Punkt zu klären, so dass die Transaktion nun im zweiten Quartal 2014 unter Dach und Fach gebracht werden soll. Die kartellrechtliche Zustimmung ist noch ausständig. Solaia RE ist ein Joint Venture der italienischen Immobilienfirma Prelios und einem Fonds der Deutschen Bank.

Die Buwog wird im Zuge des Zukaufs zudem die gesamten wohnwirtschaftlichen Strukturen von Prelios Deutschland samt 300 Mitarbeitern übernehmen, teilte die Immofinanz am Mittwochabend ad hoc weiter mit.

Der Zukauf erfolgt im Wege mehrerer sogenannter Share Deals. Mit der Abspaltung der Buwog gibt der Mutterkonzern Immofinanz die unternehmerische Führung der Buwog-Gruppe auf und schließt zu diesem Zweck einen Entherrschungsvertrag ab, in dem sich die Immofinanz zu bestimmten Beschränkungen bei der Ausübung von Stimmrechten aus den Buwog-Aktien verpflichtet.

Die zukünftige Hauptbörse der Buwog soll Frankfurt werden, daneben sind auch für Wien und Warschau Listings geplant. Die Immofinanz-Aktie ging am Mittwoch in Wien bei 3,52 Euro aus dem Handel. Das war ein kleines Plus von 0,74 Prozent. (APA, 12.2.2014)

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    grafik: apa
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