Pkw gegen Zug in der Steiermark: Vier Tote

12. Februar 2014, 22:07
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Auto auf Bahnübergang von Garnitur der Graz-Köflacher-Bahn erfasst

Deutschlandsberg - Schreckliche Folgen hatte Mittwochabend ein Zusammenstoß zwischen einem Personenzug und einem Pkw im Bezirk Deutschlandsberg in der Weststeiermark: Das Auto wurde auf einer unbeschrankten Bahnübersetzung von einem Triebwagen erfasst und zur Seite geschleudert, alle vier Insassen waren sofort tot. Fahrgäste kamen nicht zu Schaden.

Das Unglück passierte kurz nach 18.00 Uhr in Hohlbach, Gemeinde Hollenegg. Der Lenker eines SUV war auf einer Gemeindestraße - eine Verbindung zwischen B74 Sulmtalstraße und B76 Radpasstraße - unterwegs und versuchte den mit Stopptafel und Andreaskreuz gesicherten Bahnübergang zu überqueren. In diesem Moment kam ein Triebwagenzug der Graz-Köflacher Bahn GKB aus Eibiswald mit Ziel Graz und rammte den Wagen. "Es handelt sich um eine gerade, gut einsehbare Strecke", schilderte Wolfgang Brausar von des Landespolizeidirektion. Warum der Autolenker das Haltegebot missachtet hatte, war völlig unklar.

Alle vier Insassen - zwei Frauen und zwei Männer vermutlich aus dem Bezirk Deutschlandsberg - dürften sofort tot gewesen sein. Die Identifizierung der Toten gestaltete sich schwierig, weil es sich um einen geliehenen Vorführwagen handelte und der Lenker erst ermittelt werden musste. Im Triebwagen der GKB wurde niemand verletzt. 

Im Zusammenhang mit dem Unfall hat das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie am Donnerstag die Einleitung einer Sicherheitsuntersuchung eingeleitet. Es gehe um eine rasche und sorgfältige Klärung des Unfallhergangs. (APA, 12./13.2.2014)


Hintergrund

Die Prüfung sei von der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes auf Basis der Bestimmungen der entsprechenden EU-Richtlinie mit den Regelungen des österreichischen Unfalluntersuchungsgesetzes eingeleitet worden. Nach Abschluss der Untersuchung wird der Untersuchungsbericht unter http://versa.bmvit.gv.at abrufbar sein.

Die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes ist funktionell und organisatorisch unabhängig und hat das Ziel, die Ursache von Unfällen zu eruieren, um Sicherheitsempfehlungen ausarbeiten zu können und um derartige Unfälle in Zukunft zu vermeiden. Untersucht werden Vorfälle, von denen neue Erkenntnisse zur Unfallvermeidung und zur nachhaltigen Verbesserung der Verkehrssicherheit zu erwarten sind.

Seit dem Jahr 2010 sind in Österreich insgesamt 68 Menschen bei Unfällen an Eisenbahnkreuzungsanlagen gestorben. 80 Prozent der Unfälle ereignen sich an unbeschrankten Übergängen und vor allem auf Landes- und Gemeindestraßen, so das Innenministerium. Lediglich bei jedem fünften Unfall gab es eine Schrankenanlage am Bahnübergang.

Im Vorjahr verunglückten laut dem Ministerium 16 Menschen auf Bahnübergängen tödlich, die Zahl der Unfälle mit Verletzten war noch nicht bekannt. 2012 wurden bei 91 Unfällen 13 Menschen getötet und 118 verletzt. Im Jahr davor gab es insgesamt 144 Unfälle mit Personenschaden, bei denen 20 Menschen getötet und 157 verletzt wurden. Im Jahr 2010 starben bei 148 Unfällen 15 Menschen, weitere 174 erlitten Verletzungen.

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