Silber für die Lingers im Doppelsitzer

12. Februar 2014, 17:38
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Gold an favorisierte Deutsche Wendl/Arlt - Penz/Fischler verhauen zweiten Durchgang total

Krasnaja Poljana - Österreich bleibt im doppelsitzenden Rodeln eine Macht. Das Optimum wurde im Sanki Sliding Center zwar nicht geschafft, Gold gewannen die deutschen Topfavoriten Tobias Wendl und Tobias Arlt. Sie entthronten Andreas und Wolfgang Linger, die 2006 in Turin und 2010 in Vancouver triumphiert hatten. Diesmal wurde es Silber, was die beiden Tiroler Brüder überhaupt nicht grämte: "Jede Medaille ist wunderbar." Ihre Landsleute Peter Penz und Georg Fischler, Dritte im ersten Lauf, verpatzten die zweite Fahrt total, sie wurden hergebeutelt, fielen auf Rang 19 (letzter Platz) zurück. Nutznießer dieser Patzer waren die Letten Andris und Juris Sics, die Bronze holten. Österreich hält nach fünf Wettkampftagen bei fünf Medaillen. Insgesamt, nicht im Rodeln.

Wendl und Arlt hatten schon im ersten Lauf für klare Verhältnisse gesorgt, im zweiten ließen sie nichts anbrennen, erzielten erneut Bestzeit. Die Hälfte ihres Lebens liegen die beiden gemeinsam auf einem Schlitten. Vor 13 Jahren war jemand auf die Idee gekommen, die heute 26-Jährigen als Doppelsitzer auszuprobieren. Zwischen den beiden Tobis hat sich eine Freundschaft entwickelt, die weit über den Sport hinausgeht. Als Arlt im Dezember zum ersten Mal Papa wurde, war sofort klar, dass Wendl der Patenonkel der kleinen Sophia wird.

Die große Freundschaft ist ein Erfolgsrezept der Weltmeister, die gleich bei ihrer Olympiapremiere siegten. "Wir verstehen uns annähernd blind. Als wir uns kennengelernt haben, gab es ja noch keine iPhones", sagt Wendl. Arlt ergänzt: "Die Harmonie muss stimmen." Wendl ist der Kräftigere und liegt als Steuermann auf dem zehn Kilo leichteren Arlt drauf. "Das hat aerodynamische Gründe." Es war die 30. Goldene für Deutschland im Rodeln. In Sotschi lag die Ausbeute bei 100 Prozent, im Einzel hatten Natalie Geisenberger und Felix Loch gesiegt.

Für den abschließenden Teambewerb am Donnerstag (17.15 Uhr MEZ) sind die Deutschen haushoch zu favorisieren. Österreichs Sportdirektor Markus Prock setzt auf Wolfgang Kindl, Miriam Kastlunger und die Lingers. Prock beschwört eine alte Formel: "Gerade die Teamstaffel schreibt eigene Gesetze." (red, DER STANDARD, 13.2.2014)

Rodeln, Doppelsitzer

1. Tobias Wendl/Tobias Arlt (GER) 1:38,933 Min. (49,373/49,560 Sek.)
2. Andreas Linger/Wolfgang Linger (AUT) +0,522 Sek. (49,685/49,770)
3. Andris Sics/Juris Sics (LAT) 0,857 (49,880/49,910)
4. Tristan Walker/Justin Snith (CAN) 0,907 (49,857/49,983)
5. Alexander Denisjew/Wladislaw Antonow (RUS) 1,016 (49,936/50,013)
6. Christian Oberstolz/Patrick Gruber (ITA) 1,086 (49,976/50,043)
7. Ludwig Rieder/Patrick Rastner (ITA) 1,106 (50,064/49,975)
8. Toni Eggert/Sascha Benecken (GER) 1,285 (50,274/49,944)
9. Wladislaw Juschakow/Wladimir Machnutin (RUS) 1,404 (50,068/50,269)
10. Oskars Gudramovics/Peteris Kalnins (LAT) 1,529 (50,388/50,074)

Weiters:
19. Peter Penz/Georg Fischler (AUT) 5,112 (49,793/54,252)

  • Die Linger-Brothers stauben souverän Silber ab.
    foto: apa/fohringer

    Die Linger-Brothers stauben souverän Silber ab.

  • Peter Penz und Georg Fischler mussten im Eiskanal kämpfen um einen Sturz zu vermeiden.
    foto: ap/sohn

    Peter Penz und Georg Fischler mussten im Eiskanal kämpfen um einen Sturz zu vermeiden.

  • Fairplay of the day: Penz als erster Gratulant.
    foto: reuters/bensch

    Fairplay of the day: Penz als erster Gratulant.

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