Tiroler Freiheitliche warnen vor Bedrohung mit Krückstöcken

Blog13. Februar 2014, 05:30
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In einer Aussendung zeichnet die FPÖ ein düsteres Bild von der "kriminellen Bettelmafia" in Innsbruck

Es könnte einem bange werden. "Bedrohungen mit Krückstöcken, Beschimpfungen und das Anspucken von Passanten ... gehören nun wohl für immer zum Innsbrucker Alltag", schreibt die Tiroler FPÖ in einer Aussendung am Mittwoch. Der Grund: Eine "kriminelle Bettelmafia" habe die Stadt "fest im Griff", vor allem Innsbrucks "einstige Prachtstraße", die innerstädtische Fußgängerzone.

Die Freiheitlichen seien vor Ort gewesen: "Allein heute Mittag, um 13 Uhr, waren 18 Bettler und zusätzlich sechs dubiose Scheinstraßenkünstler, die zur Bettelmafia gehören, in der der Maria-Theresien-Straße aufhältig."

Selber Tag, Maria-Theresien-Straße, 14.15 Uhr: Die Sonne scheint, und dementsprechend belebt ist die Altstadt. Zwei kleine Buben jagen Tauben. Einige asiatische Touristen suchen mit ihren Blicken obere Hausfronten ab – wohl auf der Suche nach dem nahe gelegenen Goldenen Dachl. Eine Schülergruppe hockelt am Boden und scheint auf einen Lehrer zu warten. Ein normaler Tag in der Fußgängerzone.

Keine Straßenkünstler weit und breit

Hinter der Annasäule sitzt ein alter Mann, der einen Pappbecher vor sich stehen hat. Er starrt auf den Boden, spricht niemanden an. Etwas weiter stadtauswärts stehen auch zwei ältere Frauen, von denen eine einen Pappbecher in der Hand hat; wenn man direkt auf sie zugeht, wird er einem hingehalten. "Kein Essen", sagt die Jüngere der beiden. Wo sie herkommen, möchten sie nicht erzählen. Dann unterhalten sie sich weiter.

Straßenkünstler sind zu diesem Zeitpunkt nicht vor Ort. Lediglich eine Gruppe junger Menschen, die für ein Videoprojekt Passanten befragen und dabei filmen.

In Tirol wurde im November die Abschaffung des Bettelverbots im Landtag beschlossen. SPÖ und FPÖ stimmten damals gegen den von den Regierungsparteien eingebrachten Antrag. Die Freiheitlichen haben nun im letzten Gemeinderat einen Antrag eingebracht, der vorsieht, Betteln tagsüber in der Innsbrucker Innenstadt zu verbieten – in der nächsten Sitzung soll er behandelt werden.

Auch die hier geschilderten Eindrücke sind nicht mehr als eine Momentaufnahme. Doch würde eine politische Partei dieser Stärke Bettlerclans erfinden – es könnte einem bange werden. (Katharina Mittelstaedt, derStandard.at, 13.2.2014)

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