Vorarlberg: Illegale Lehrer auf der Piste

12. Februar 2014, 17:28
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Kritik an Skilehrerverband

Bregenz - Die Skischulen am Arlberg leiden unter Personalnot. Immer mehr Skilehrer machen sich selbstständig. Und auswärtige Illegale drängen auf die Pisten, klagt der Obmann des Vorarlberger Skilehrerverbands, Erich Melmer. Mit Kontrollen hat er der "Schwarzskilehrerei" aus Innerösterreich und Deutschland nun den Kampf angesagt.

Im Montafon, der zweiten großen Skiregion des Landes, kann man "das große Gejammer und Gezeter vom Arlberg nicht mehr hören". Fredi Immler, Leiter der Skischule Gaschurn-Partenen, sieht im Lehrermangel ein "Arlbergproblem" und eines des Verbands. Zu lange habe Melmer am alten System "scheinselbstständiger" Skilehrer festgehalten. Wie DER STANDARD berichtete, war dieses System nicht mit der Sozialversicherungspflicht zu vereinbaren, die Gebietskrankenkasse bestand auf Anstellung der Skilehrer.

Novellierung des Skischulgesetzes

Das Skischulgesetz, 2012 auf Druck der EU novelliert, sollte aus Sicht Immlers weiter verbessert werden: Der Zwang zur dualen Ausbildung, Skilehrer müssen Ski und Snowboard beherrschen, sollte fallen. Zudem sollte man Praktikanten zulassen, die ihre Ausbildung in anderen Bundesländern gemacht haben.

Ein weiterer Kritikpunkt Fredi Immlers: Einzelkonzessionen werden nicht nur an Diplomskilehrer vergeben. Das Gesetz ermögliche zu viele Ausnahmen.

Melmer sieht das nicht so. Er ortet das Problem bei den Illegalen. Weit über 100 solcher Skilehrer habe die Verbandskontrolle diesen Winter bereits gestellt. "Die kommen hauptsächlich aus Innerösterreich. Aber auch deutsche Busunternehmen und ein deutsches Sportgeschäft, das quasi eine Skischule betreibt, sind dabei." Hartwin Werl, Skilehrer in Lech, spricht in den Vorarlberger Nachrichten von einem "peinlichen Bild" durch die Kontrollen. "Da geht's uns wie der Polizei", verteidigt sich Melmer, "die wird auch beschimpft."

Skilehrer zweiter Klasse

Mangel an Skilehrern hätten die sieben Montafoner Skischulen keinen, sagt Immler. "Vielleicht, weil wir mit dem Personal immer normal umgegangen sind." Immler bezieht sich auf immer wieder geäußerte Kritik an Arlberger Umgangsformen.

Von Ungleichbehandlung einheimischer und "innerösterreichischer" Skilehrer ist die Rede. Und von Abzocke. Skilehrer müssten im Nobelskigebiet horrende Quartierpreise bezahlen. Die Skischule Lech reagierte mit Auslagerung: Sie baute in Dalaas (Klostertal) ein Skilehrerhaus. Aber: Ist Lech eingeschneit, bleiben die Skilehrer ausgesperrt. (Jutta Berger, DER STANDARD, 13.2.2014)

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