Giraffen-Tötung: Online-Kampagnen fordern Schließung von Zoo

12. Februar 2014, 15:47
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Mehrere Zoos sollen Adoption von "Marius" angeboten haben

Die Tötung der Jung-Giraffe "Marius" im Kopenhagener Zoo, nebst anschließender Verfütterung an Löwen, hat einen Sturm der Entrüstung verursacht. Nach wie vor landen wütende Einträge von Nutzern auf der Facebook-Seite "Visit Copenhagen" und jener des Zoos.

Dass Marius sterben musste, weil nach Angaben des Tierparks sonst Inzuchtgefahr gedroht hätte, spielt dabei keine Rolle. Entrüstete Besucher und Internetnutzer formieren sich weiter auf Facebook und zwei Petitionen, wie Meedia berichtet. Am weltgrößten Social Network finden sich auf der Seite "Close Copenhagen Zoo" mittlerweile fast 28.000 Unterstützer.

Über 80.000 Unterschriften

Gleich auf zwei Plattformen werden Petitionsunterschriften gesammelt. Erstere steht aktuell bei über 82.000 Signaturen und richtet sich an die dänische Premier-Ministerin Helle Thorning-Schmidt. Die zweite Petition steht bei über 7.000 Unterstützern. Die Forderung ist bei beiden die Gleiche: die Schließung des Kopenhagener Zoos und Umsiedelung der Tiere in Schutzgebiete und andere Zoos. Dass es tatsächlich dazu kommt ist allerdings unwahrscheinlich.

Zoo rechtfertigt sich

Derweil gibt es unterschiedliche Angaben, was die Notwendigkeit der Tötung betrifft. Von Seiten des Zoos heißt es, es habe keine Alternative gegeben, da für die junge Giraffe kein anderer Platz gefunden werden konnte und Inzucht gedroht hätte.

Der dänische Tierpark unterwirft sich als Mitglied der Zoo- und Aquarienvereinigung EAZA einem strengen Zuchtprogramm für Giraffen. Dieses verbietet die Paarung verwandter Tiere, da dies die genetische Vielfalt gefährdet. Eine ausführliche Erklärung hat der Zoo auf seiner Homepage veröffentlicht.

Widerspruch

Dem allerdings widersprechen die Petitions-Ersteller. Sie berichten unter Berufung auf die BBC, dass zumindest drei ausländische Zoos angeboten hatten, Marius aufzunehmen. Der Vorwurf lautet, dass die Betreiber in Kopenhagen von Anfang an gewusst hätten, dass ein Jungtier ein "Überschuss" sein würde. Trotzdem hätten sie die Paarung nicht verhindert, um mit einer kleinen Giraffe einen Besuchermagneten zu haben.

Derartige Tötungen scheinen allerdings erprobte Praxis zu sein, werden aber selten so öffentlich durchgeführt, wie in Kopenhagen. Auch im Wiener Tierpark Schönbrunn ist eine solche Vorgehensweise nicht ausgeschlossen. (gpi, derStandard.at, 12.02.2014)

  • Der Tod der Jung-Giraffe Marius erhitzt weiterhin die Gemüter.
    foto: apa

    Der Tod der Jung-Giraffe Marius erhitzt weiterhin die Gemüter.

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