Neuer Blog über Südamerika

Ansichtssache10. März 2014, 15:24
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Anreise mit Hindernissen

Die Reise hätte im Februar am Grazer Flughafen beginnen sollen. Doch anders als gedacht, wurden - wegen starkem Regen und Schneefall - fast alle Flüge von Graz weg gestrichen. Eine Umbuchung von Wien nach Frankfurt wurde ausgestellt. Wir fuhren mit einem Taxi nach Wien, von dort ging es dann nach Frankfurt weiter.

Da es nur einen Flug von Frankfurt nach Bogota pro Tag gibt, mussten wir im Hotel übernachten. Kosten entstanden zwar keine, aber ein ganzer Tag ging verloren. Trotzdem muss ich sagen, dass alles super organisiert war von der Lufthansa.

Unser eigentliches Ziel war nicht die Hauptstadt Bogota sondern Medellin, das 2013 bei einem Wettbewerb des Urban Land Institute zur innovativsten Stadt gekürt wurde. Medellin ist bekannt für plastische Chirurgie und natürlich auch wegen des guten Cafés.

Am Anfang: Medellin

Wir haben mit einer Stadtführung bei einem Local gestartet, der uns seine Kaffeeplantagen zeigte, zwischen den Kaffeepflanzen wachsen Bananen- und Kochbananenbäume (plátano) als Schattenspender. Medellin ist die einzige Stadt in Kolumbien mit einer Metro. In der Hauptstadt Bogota gibt es hingegen ein gut ausgebautes Bussystem.

Recht viel Polizei und Securities sind in der Stadt zu sehen. Auch Wohnblocks und Privathäuser haben ihr eigenes Wachpersonal. Die Stadt mit der höchsten Mordrate hat sich jedoch gebessert, sagt man. Zur hohen Kriminalitätsrate trug Pablo Escobar maßgeblich bei, der den Drogenhandel in die USA ermöglichte.

Richtig schön sieht die Stadt bei Nacht aus, da die Häuser hoch hinauf in die Berge gebaut wurden. Das Lichtermeer sieht man am Abend schon ab 19 Uhr, da in Kolumbien die Dämmerung schon gegen 18 Uhr beginnt, dafür wird es auch schon ab sechs Uhr morgens hell. Die Temperaturen liegen das ganze Jahr um die 25 Grad Celsius. In der Nacht wird es etwas kühler. Was uns noch aufgefallen ist, waren die gepflegten Autos, die in Top Zustand sind, ohne Dellen und Kratzer.

Interessant wären natürlich die berühmten Rolltreppen gewesen, die einige Zeit unter freien Himmel standen - mittlerweile sind sie überdacht. Jedoch sind diese in einer Favela - einem Armenviertel - gebaut worden, die ich zu Beginn meiner Reise meiden wollte. 

Zurück nach Bogota

Die Besichtigung von Bogota startete auf dem Berg Monserrate, was einen positiven Eindruck hinterlassen hat. An und für sich kann man Bogota relativ unbehelligt erkunden. Irgendwie gelangten wir jedoch ins Armenviertel, wo mich eine Frau aus einem vorbeifahrenden Auto darauf aufmerksam machte, die Kamera wegzupacken. Wertgegenstände offen auf der Straße zu zeigen, ist noch immer keine besonders gute Idee, vor allem in manchen Teilen der Stadt.

Rasch suchten wir die Hauptstraße und waren wieder unter Leuten. Touristen sieht man hier nicht viele, vor allem keine mit Kamera. Jedoch gab es in dieser Woche in Kolumbien keinen einzigen negativen Vorfall. Trotzdem ist Medellin mein Favorit! (David Dukaric, derStandard.at, 5.3.2014)

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foto: david dukaric

Da die Stadt Medelin von unserem Ankunftsflughafen Bogota "nur" 400 Kilometer entfernt ist, nehmen wir den Bus dorthin. Ein Ticket kostet 25 Euro.

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