Fidel Castro darf kein Hörgerät tragen

12. Februar 2014, 16:25
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Kubanische Agentur entfernte per Bildbearbeitung verräterisches Kabel

Acht Jahre ist es her, dass Fidel Castro das Amt des Staats- und Regierungschefs auf Kuba aus Gesundheitsgründen an seinen jüngeren Bruder Raúl übergab. Seither hat er sich offenbar erholt: Er schreibt regelmäßig Kolumnen zur Weltpolitik, die in der staatlichen Zeitung "Granma" veröffentlicht werden, hat sich aber aus dem politischen Tagesgeschäft zurückgezogen.

Beim Gipfeltreffen des lateinamerikanischen CELAC-Bündnisses Ende Jänner empfing Castro zahlreiche Staatsoberhäupter zu Einzelgesprächen. Diese Treffen wurden von Castros Sohn, dem kubanischen Fotografen Alex Castro, dokumentiert, die Bilder wurden über die staatlichen Agenturen Cubadebate und Estudios Revolución verbreitet.

Kabel entfernt

Zu Schlagzeilen wie "UN-Chef Ban von Castros Gesundheit tief beeindruckt" passt die Tatsache, dass Castro bei solchen Anlässen ein Hörgerät trägt, nach Ansicht der kubanischen Pressestelle offenbar nicht: Eine Aufnahme, die ihn gemeinsam mit seiner Ehefrau Dalia Soto del Valle und Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner zeigt, wurde digital nachbearbeitet, um ein Kabel, das aus dem linken Ohr des Revolutionsführer ragt, verschwinden zu lassen.

Die Nachrichtenagentur AP hat die Aufnahme und fünf weitere Bilder des CELAC-Gipfels mittlerweile zurückgerufen und bekanntgegeben, dass 150 weitere Castro-Fotos auf Manipulationen überprüft würden. (red, derStandard.at, 12.2.2014)

  • Links das Original, das sich AP aus dem Archiv des Fotografen Alex Castro besorgte, rechts die nachbearbeitete Version
    foto: ap photo/alex castro, cubadebate

    Links das Original, das sich AP aus dem Archiv des Fotografen Alex Castro besorgte, rechts die nachbearbeitete Version

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