Debian entscheidet sich (vorerst) für Systemd

12. Februar 2014, 13:14
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Nach Streitigkeiten Festlegung für Debian 8 (Jessie) getroffen - Ergebnis wird wohl noch angefochten

Seit Monaten diskutiert das Debian-Projekt über die Wahl eines neuen Init-Systems, gerade zuletzt mit deutlich gestiegender Intensität - und Lautstärke. Nun scheint zumindest fürs Erste eine Entscheidung gefallen zu sein: Das Debian Technical Comittee hat Systemd als Init-System für die nächste Major Release, Debian 8 "Jessie" festgelegt.

Streit

Der Entscheidung vorausgegangen war ein oftmals in Streit übergehende Diskussion nicht nur zwischen den Mitgliedern des Komitees sondern auch innerhalb des weiteren Projekts. Die Befürworter von Systemd und dem von Ubuntu favorisierten Upstart hatten sich dabei zum Teil heftige Wortgefechte geliefert, und auch den einen oder anderen Versuch unternommen, über Regulatorien die sich zunehmend abzeichnende Wahl von Systemd zu verhindern.

Entscheidung

Höhepunkt war hierbei wohl, dass vor wenigen Tagen Komitee-Mitglied - und Upstart-Befürworter - Ian Jackson einen wutentbrannten Antrag zur Absetzung des Vorsitzenden Bdale Garbee gestellt hat. Da die Abstimmung zwischen Systemd und Upstart 4:4 ausging, war es die Stimme von Garbee, die den Ausschlag gab. Dass die Abstimmung diesmal - nicht wie zuvor mehrfach - scheiterte, lag vor allem an Formalien. Weitere Informationen zum verworrenen Verlauf der Debatte gibt es bei heise open.

Widerspruch

Auch wenn damit nun offiziell eine Entscheidung gefällt ist, heißt das noch nicht, dass Systemd tatsächlich sicher in Debian 8 landen wird. Immerhin kann das Ergebnis noch durch eine sogenannte General Resolution, bei der alle der rund tausend wahlberechtigten Debian-Entwickler abstimmen dürfen, angezweifelt werden. Um ein anderes Ergebnis zu erzwingen, bräuchte es dabei allerdings eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Dass es zu so einer General Resolution kommt, ist hingegen sehr wahrscheinlich. Immerhin ist für deren Abhaltung lediglich die Unterstützung von sechs EntwicklerInnen nötig. (apo, derStandard.at, 12.2.2014)

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