USA: Fotos von Bin Ladens Tötung auf Befehl gelöscht

12. Februar 2014, 13:08
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Einsatzleiter forderte alle Beteiligten auf, Fotos vom Leichnam des ehemaligen Al-Kaida-Chefs zu vernichten oder abzugeben

Nach der Erschießung von Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden im pakistanischen Abottabad hat der damalige Einsatzleiter William McRaven alle Beteiligten aufgefordert, Fotos von dessen Leichnam entweder zu vernichten oder abzugeben. Das geht aus einem E-Mail hervor, das auf den 13. Mai 2011 datiert ist und nun von Aktivisten der Organisation Judicial Watch veröffentlicht wurde.

Die Organisation hatte in der Vergangenheit mit Hinweis auf den "Freedom of Information Act" immer wieder die Veröffentlichung von Fotos des Einsatzes verlangt und deshalb auch geklagt. Das US-Verteidigungsministerium händigte nun auf Anfrage jene großteils geschwärzten E-Mails aus, in denen die Beteiligen über den Umgang mit Fotos informiert wurden.

Kein Erfolg vor Gericht

Judicial-Watch-Präsident Tom Fitton vermutet, dass mit dem Vernichten der Fotos auch Gesetze gebrochen wurden. Ob die Bilder von den US-Spezialeinheiten auch tatsächlich zerstört wurden, steht nicht fest. McRaven will dazu nicht Stellung nehmen.

Die Regierung von US-Präsident Barack Obama hat die Nichtveröffentlichung der Fotos immer damit begründet, nicht noch weiter Öl ins Feuer gießen zu wollen und so die Rekrutierung neuer Al-Kaida-Kämpfer zu fördern. Dieses Argument lässt Fitton gegenüber CNN nicht gelten: "Das Recht der Amerikaner, über das Vorgehen der US-Behörden Bescheid zu wissen, soll also beschnitten werden, weil wir Terroristen und ihre Sympathisanten nicht vor den Kopf stoßen wollen? Das ist unglaublich."

US-Gerichte gebene Judicial Watch in ihrer Argumentation nicht Recht. Der Oberste Gerichtshof wies eine Berufung ab. (tee, derStandard.at, 12.2.2014)

  • Fotos von der Tötung Osama Bin Ladens wurden nie veröffentlicht. Das beflügelte auch die Fantasie von Verschwörungstheoretikern.
    foto: reuters/waguih

    Fotos von der Tötung Osama Bin Ladens wurden nie veröffentlicht. Das beflügelte auch die Fantasie von Verschwörungstheoretikern.

  • Geschwärzte E-Mails, die an "Judicial Watch" ausgehändigt wurden.

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