Janine Flock: "Ich bin extrem motiviert"

12. Februar 2014, 11:00
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Medaillen-Kandidatin bestreitet am Donnerstag ihre ersten beiden Skeleton-Läufe, die Herren greifen ab Freitag an

Krasnaja Poljana - Am letzten Tag der olympischen Rodel-Bewerbe im Sliding Center Sanki wird es auch für die Skeleton-Athleten ernst. Österreichs Medaillen-Kandidatin Janine Flock bestreitet am Donnerstag (ab 8.30 Uhr MEZ) ihre ersten beiden Läufe, die Herren mit Matthias Guggenberger und Raphael Maier steigen am Freitag (13.30) ins Geschehen ein. Die Olympiasieger werden am jeweils nächsten Tag gekürt.

"Ich will nie jemand unter Druck setzen. Wir sind den Rummel um uns herum nicht gewohnt, weder die Medien, noch die vielen Zuschauer", erklärte Cheftrainer Martin Rettl, der vor zwölf Jahren in Salt Lake City mit Silber für die bisher einzige Medaille im Skeleton gesorgt hat. Auch er kann nach den guten Leistungen von Flock deren Podiums-Chance aber freilich nicht verleugnen.

"Alles ist möglich"

"Bei Janine ist alles möglich, das wissen wir, aber ein Fehler in der Fünf oder in der 14 und jeder Traum, den man sich vielleicht über drei Läufe aufgebaut hat, kann im vierten zerplatzen", warnt Rettl vor der selektiven Strecke. Bei den Herren mit dem zum zweiten Mal bei Olympia antretenden Guggenberger, der mit Flock liiert ist, und Debütant Maier hängen die Trauben weit höher. "Das Ziel wäre sicher, die Top 12 zu erreichen."

"Die ganze Saison war gut bei mir und mit dem Europameistertitel habe ich noch einen draufgesetzt. Ich bin natürlich extrem motiviert und habe viel Selbstvertrauen", sagte Flock zur APA. Der schwierige Eiskanal mit drei Bergauf-Passagen, vor denen man sich ja keinen Fehler leisten darf, ist schon von den Erzählungen der Rodler bekannt. Nina Reithmayer, die die Kurve fünf dort im ersten Lauf arg verpatzte, kann ein Lied davon singen.

Flock hat sich bei der im Vergleich zur internationalen Trainingswoche etwas veränderten Fünfer-Kurve etwas schwergetan. Die schärfsten Gegnerinnen erwartet Flock in der Britin Elizabeth Yarnold, den Amerikanerinnen und den Deutschen.

Bei den Herren schätzt Flocks Freund Guggenberger den Letten Martins Dukurs am stärksten ein. "Ihm fehlt nur noch dieses Gold, alles andere hat er schon gewonnen. Dem wird das nahezu nicht zu nehmen sein", glaubt der Tiroler. Aber auch dessen Bruder Tomass, die Amerikaner mit Matthew Antoine und John Daly oder die Deutschen mit Frank Rommel sind nicht zu unterschätzen. Überraschen können auch die Russen, die ihren Heimvorteil nützen, wo es nur geht und ein Vielfaches an Trainingsfahrten der 40 vorgeschriebenen für die Gäste haben.

Guggenberger sprach von völlig anderen Bedingungen als sonst, die Formel 1 Skeleton sei hier eher wie eine Rallye. "Durch die Bergauf-Passagen lässt einfach der Druck ein bisserl nach, dann kommt man leicht ins Rutschen." Zusätzlich rätseln die Skeletonis über eine schmierige Substanz im Wasser, die Rettl wie "Sonnencreme" beschrieb. Guggenberger: "So etwas haben wir noch nie gehabt." (APA, 12.2.2014)

  • Das Selbstvertrauen stimmt bei Janine Flock.
    foto: ap/ dita alangkara

    Das Selbstvertrauen stimmt bei Janine Flock.

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