Bundesheer beendet Kampf gegen Schneemassen in Kärnten

12. Februar 2014, 10:50
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Teilweise hohe Schneelasten auf Dächern im Süden - Feuerwehreinsätze im Burgenland

Klagenfurt/Lienz/Eisenstadt - Das österreichische Bundesheer hat nach elf Tagen seinen Assistenzeinsatz im Kampf gegen die Schneemassen in Kärnten beendet. Zwischenzeitlich waren 500 Soldatinnen und Soldaten sowie vier Hubschrauber im Einsatz. Insgesamt wurden rund 29.000 Arbeitsstunden geleistet, teilte das Militärkommando Kärnten am Mittwoch in einer Aussendung mit.

Die Soldaten waren seit 1. Februar vornehmlich im Gail- und Lesachtal (Bezirke Hermagor und Villach Land) eingesetzt gewesen. Neben mehreren Hubschraubern wurde vor allem schweres Pioniergerät in die Räumungsarbeiten eingebunden. Vier Hubschrauber wurden vor allem für Erkundungsflüge zur Beurteilung der Lawinensituation sowie zum Befreien der Bäume von der Schneelast mit dem sogenannten "Downwash-Verfahren" genutzt. Dabei wurde mit dem Abwind der Rotorblätter den Bäumen regelrecht der Schnee aus den Kronen geblasen und damit das Umstürzen der Bäume auf Straßen und Stromleitungen verhindert.

Hohe Schneelasten

Im Süden Österreichs kommt es aufgrund des starken Schneefalls der vergangenen Wochen zu hohen Schneelasten auf den Dächern. In Oberkärnten und im südlichen Osttirol erreichten die Schneelasten größtenteils 30 bis 60 Prozent der gültigen ÖNORM-Werte. Vereinzelt gab es Überschreitungen von älteren ÖNORM-Empfehlungen, wie in Dellach im Drautal, informierte die ZAMG.

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ermittelt regelmäßig die Schneelasten und war an der Entwicklung der Österreichischen Schneelastnorm (ÖNORM B 1991-1-3) beteiligt.

Bis zu 500 Kilogramm pro Quadratmeter

Der Schnee auf den Dächern der Häuser in Osttirol und Oberkärnten wiegt derzeit zwischen 200 und 500 Kilogramm pro Quadratmeter. Bei einer Grundfläche von beispielsweise 100 Quadratmeter ergibt das eine Schneelast am Dach von 20.000 bis 50.000 Kilogramm. Die Werte sind für Februar relativ hoch, liegen aber größtenteils unter den durch die ÖNORM geregelten Grenzwerten, so Michael Winkler von ZAMG.

"Wir haben in den letzten Tagen in Osttirol und Oberkärnten Messungen durchgeführt. In den meisten Regionen erreicht die Schneelast 50 bis 80 Prozent der bis 2005 gültigen ÖNORM und 30 bis 60 Prozent der ab 2006 gültigen ÖNORM. Eine deutliche Überschreitung haben wir nur in Dellach im Drautal festgestellt. Hier liegt die aktuelle Schneelast um 25 Prozent über dem Grenzwert, der für Bauten bis zum Jahr 2005 gültigen ÖNORM. Man muss jedoch beachten, dass es sich um Einzelmessungen handelt, die mit entsprechenden Ungenauigkeiten behaftet sind und nicht ohne weiteres auf jedes Dach übertragbar sind. Im Einzelfall ist die Begutachtung durch einen Statiker notwendig", erläuterte Winkler.

Feuerwehreinsätze im Bugenland

Wegen Schneefalls mussten am Mittwoch im Burgenland wieder mehrere Feuerwehren ausrücken. Nach Angaben der Landessicherheitszentrale (LSZ) wurden die Helfer in den vergangenen Stunden zu etwa zehn Einsätzen gerufen. Die Einsatzkräfte bargen unter anderem in Stotzing (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) und in Kaisersteinbruch (Bezirk Neusiedl am See) Fahrzeuge.

In Günseck (Bezirk Oberwart) blockierte ein Baum die Fahrbahn. Einen Rettungseinsatz hatte es Dienstagabend nach einem Verkehrsunfall in Illmitz (Bezirk Neusiedl am See) gegeben: Eine 18-Jährige war mit ihrem Pkw von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum gekracht, der dabei entwurzelt wurde. Die junge Lenkerin dürfte laut Polizei kurz eingenickt sein. Die Verletzte wurde ins Spital gebracht. (APA, 12.2.2014)

  • Vier Hubschrauber des Bundesheeres waren in Kärnten im Einsatz.
    foto: apa/bundesheer/kronhofer

    Vier Hubschrauber des Bundesheeres waren in Kärnten im Einsatz.

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