Windparks verändern das Wetter minimal

12. Februar 2014, 10:43
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Aktuelle Studie widerspricht früheren Ergebnissen, wonach Windanlagen auch großräumig die Luft erwärmen und zu mehr Niederschlägen führen

Paris - In den vergangenen Jahren wurden auf der Grundlage mehrerer Studien und Simulationen die Bedenken geäußert, dass Windparks einen großräumigen Einfluss auf das Wettergeschehen haben könnten. Sie würden die Temperaturen nach oben treiben und für mehr Niederschläge selbst in weit entfernten Regionen sorgen, wurde befürchtet. Eine neue Untersuchung widerspricht dieser Annahme. Die Folgen für das Wetter blieben äußerst überschaubar, heißt es in der am Dienstag vom Fachjournal "Nature Communications" veröffentlichten Studie aus Frankreich.

Selbst im schlimmsten Fall würden demnach die Einflüsse der Windparks auf das Wetter gegenüber jährlichen Schwankungen und Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels nicht ins Gewicht fallen. Die Forscher um Robert Vautard vom Labor für Klima- und Umweltforschung im französischen Gif-sur-Yvette (LSCE) simulierten für die Studie die Folgen der Windparks für das europaweite Wetter im Jahr 2020.

Erkennbarer Effekt nur im Winter

Dabei gingen sie von der Annahme aus, dass die EU-Pläne zum Ausbau der erneuerbaren Energien bis dahin wie geplant umgesetzt und zahlreiche neue Windparks entstanden sind. Den Bestand der Windparks im Jahr 2012 nahmen sie als Ausgangsbasis und addierten vor allem neue Parks auf dem Meer, da dies ein zentraler Ausbautrend ist.

Im Ergebnis seien die Auswirkungen auf das Wetter "begrenzt", heißt es in der Studie. Nur im Winter könne es durch die Errichtung der Windturbinenfelder im Zusammenspiel mit anderen Faktoren zu minimalen Wetterveränderungen kommen. So seien ein Temperaturanstieg um 0,3 Grad und eine Zunahme von Regen um bis zu fünf Prozent möglich, wenn sich zu den Wirbelstromeffekten der Windparks ein schwaches, dafür aber ausdauerndes Hochdruckgebiet über Europa geselle.

Mehr Regen in tausenden Kilometern Entfernung

Die Forscher distanzierten sich damit von einigen älteren Studien. Diese hatten den Verdacht nahegelegt, große Windparks könnten das Wetter unter Umständen sogar großräumig beeinflussen, indem ihre Turbinen warme und kalte Luft vermischten, örtliche Lufttemperaturen erhöhten und Niederschlagsmuster veränderten. Aus einer 2010 veröffentlichten Simulation ging angeblich hervor, dass die Windparks die Wetterbedingungen bis an Orte in tausenden Kilometern Entfernung deutlich verändern könnten. Derartige Simulationen hätten aber wichtige Details der Wirkung der Windturbinen nicht beachtet, konstatierte jetzt die Forschergruppe aus Frankreich. (APA/red, derStandard.at, 12.2.2014)

  • Vor allem auf See soll die Windkraft ausgebaut werden. Einen merklichen Effekt auf das Wettergeschehen werden die vielen Windmühlen kaum haben, lautet das Ergebnis einer französischen Studie.
    foto: apa/ epa/nicolas maeterlinck

    Vor allem auf See soll die Windkraft ausgebaut werden. Einen merklichen Effekt auf das Wettergeschehen werden die vielen Windmühlen kaum haben, lautet das Ergebnis einer französischen Studie.

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