Venezuela: Druckpapier für Printmedien wird knapp

12. Februar 2014, 09:42
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Viele Zeitungen erscheinen bereits in vermindertem Umfang

Caracas Journalisten und Verleger haben in Venezuela gegen den seit Monaten andauernden Papier-Mangel protestiert, der den Printmedien des Landes zu schaffen macht. Über 1.000 Demonstranten zogen am Dienstag vor den Sitz des Nationalen Außenhandelszentrums Cencoex, um eine Freigabe kontrollierter Devisen zum Kauf von Zeitungspapier zu fordern. Viele Zeitungen erscheinen bereits in vermindertem Umfang.

Der Herausgeber der Zeitung "El Impulso", Carlos Carmona, zeigte sich besorgt über die Lage seines seit 110 Jahren erscheinenden Blattes. "Es scheint, als würden wir zu Menschen mit tauben Ohren sprechen. Wir warnen seit fünf Monaten vor dem Problem und haben noch keine Antwort bekommen", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Auch "El Impulso" musste seinen Umfang inzwischen reduzieren.

Sein Kollege von der Zeitung "El Nacional", Miguel Henrique Otero, betonte, die Zeitungen in Venezuela bräuchten im Jahr etwas mehr als 100 Mio. Dollar (73,33 Mio. Euro), um Druckpapier zu kaufen. Das seien 0,3 Prozent des Dollarvolumens, das die Regierung für Importe bewillige. Die verspäteten Genehmigungen sähen nach Absicht aus, betonte Otero: "Die Antwort der Regierung ist mehr politisch, als ökonomisch." (APA, 12.2.2014)

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