Kontra Genmais: Rechnung ohne die Natur

Kommentar11. Februar 2014, 18:43
95 Postings

Wirtschaftlich lässt sich gegen den umstrittenen Anbau kaum argumentieren

Die Lobbyisten des Agrarkonzerns Pioneer haben ganze Arbeit geleistet. Stress mit Schädlingen wie Raupen und Schmetterlingen auf den Maisfeldern? Kein Problem, die gentechnisch veränderte Sorte 1507 bildet selbst ein Gift gegen die gefräßigen kleinen Racker und wehrt deren Angriffe ab. Wuchert noch irgendwo Unkraut? Einfach Pflanzenschutzmittel großzügig auftragen. Der zweite Vorteil der Genmaissorte ist schließlich die Resistenz gegen bestimmte Giftstoffe. So sieht Effizienzsteigerung in der modernen Landwirtschaft aus.

Wirtschaftlich lässt sich gegen den umstrittenen Anbau kaum argumentieren. Das hat Genmais - lässt man also die Gefahren und das Danach außen vor - etwas mit Atomstrom gemeinsam. Die Frage ist freilich, welche Rechnung die Natur nach der Genmaisaussaat präsentieren wird. Denn die Risiken für benachbarte Ackerflächen oder Wild- und Nutztiere wurden nicht ausreichend erforscht. Der Wind ist ein Hund, Pollen der genveränderten Pflanzen machen nicht an den Ackergrenzen halt.

Transgener Mais könnte bereits in heimischen Regalen stehen. Denn es gibt Zulassungen für den Import von Genmaissorten nach Österreich, heimische Tiere fressen längst gentechnisch verändertes Futtermittel. Österreichs Politiker tönen: "Österreich muss gentechnikfrei bleiben!" Stimmt nicht: Österreich kann es höchstens wieder werden. Ein Aussaatverbot von 1507 wäre ein erster Schritt. (David Krutzler, DER STANDARD, 12.2.2014)

Share if you care.